GBD spricht mit „Peter Venkman“ Stefan Krause

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Stefan Krause ist Musiker, Hörspiel- und Synchronsprecher. Er sprach in unzähligen Produktionen, war Billy Boyd in “Der Herr der Ringe”, “Garth” in “Waynes World” und Philip Seymour Hoffman in “Capote”, für Letzteren erhielt er 2007 den Deutschen Preis für Synchron. Außerdem tritt er in den neuen Hui Buh-Abenteuern die Nachfolge Hans Clarins an.

Für uns “Ghostbusters”-Fans ist Stefan Krause jedoch untrennbar mit Peter Venkman verbunden, den er in der großartigen deutschen Fassung von “The Real Ghostbusters” sprach. Rain hat Stefan zum GBD-Exklusivinterview gebeten!

Lieber Stefan, ab 1988 hast Du den Dr. Peter Venkman in der deutschen Bearbeitung der Serie „The Real Ghostbusters“ gesprochen. Kanntest Du damals den ersten Ghostbusters-Kinofilm und Bill Murrays Venkman?
Stefan KrauseDen Bill Murray-Venkman kannte ich natürlich. Und obwohl die Stimme von Arne Elsholtz (dt. Synchronsprecher von Bill Murray) ja nicht imitierbar war, hab ich schon manchmal an ihn gedacht. Andererseits hat der Kino-Venkman ja mehr Glück bei den Frauen als „mein“ Peter, der ja meist heftig abblitzt oder sogar von bösen (Geister-)Frauen übertölpelt wird. Also hab ich ihn schon etwas naiver angelegt!
Hast Du noch frische Erinnerungen an die Arbeiten zur Serie, bzw. zur Serie selbst?
Es ist ja fast peinlich, dass das soooo lange her sein soll. Aber erinnern kann ich mich noch gut – an das alte Studio, unsere Crew, an unsere Albernheit und die Versuche von Rebecca (Völz, Synchronregisseurin), uns zu bändigen. Wir hatten viel Spaß und haben trotzdem an jedem Drehtag ein großes Pensum absolviert.
Wie liefen die Synchronarbeiten ab? Fanden die Aufnahmen im gemeinsamen Rahmen der übrigen Sprecher statt? Wie viele Folgen wurden an einem Tag synchronisiert?
Die meiste Zeit der Synchronisierung haben wir zu viert im Studio verbracht. Dazu kamen dann häufig Dorette (Hugo, Janine-Stimme) oder die jeweiligen Episoden-Gegner/Geister. Vorausgesetzt, sie hatten nicht nur lautes Geheule oder Gebrüll zu liefern. Natürlich gab es auch Tage, an denen vor oder nach uns Menschen-Mengen, Publikum, jubelnde Fans oder kreischende Geister aufgenommen wurden. Ich weiß nicht ob wir an jedem Drehtag eine Folge aufgenommen haben. Das geht ja auch nicht chronologisch von Take 001 – 376a, sondern es wurden (ebenso wie heutzutage) Szenen aus mehreren Folgen disponiert.
Die deutsche Fassung von RGB ist liebevoll übersetzt und sympathisch gespielt. Gab es Spaß mit den Kollegen? Es klingt ganz danach…
Spaß hatten wir wirklich jede Menge. Wobei ICH natürlich immer der Vernünftigste war, um mich bei Rebecca Völz bzw. Achim Kunzendorf einzuschleimen(!). Manchmal waren wir auch einfach überdreht, wenn wir schon 6-7 Stunden Dauer-Gequatsche hinter uns hatten. Aber wir haben uns gut vertragen. Ansonsten funktioniert so eine Sache auch nicht!
Erinnerst Du Dich an einen besonderen Moment während der Synchronisation zu RGB oder nach ihrer Ausstrahlung im Fernsehen?
Da wir manchmal in der Abendschicht (damals noch sehr ungewöhnlich!) gearbeitet haben und die Kantine dann schon geschlossen war, mussten wir uns selbst versorgen. Also stand oft ziemlich viel Zeug von uns herum, sowohl im Foyer als auch im Studio. Zusätzlich musste Nicolas (Böll, Winston) immer unbedingt seine Tageszeitung, die er vor sich ausgebreitet hatte, bäuchlings auf dem Fußboden lesen. Wenn dann „Besuch“ in unser gemütliches „Synchron-Wohnzimmer“ kam, guckten die KollegInnen manchmal etwas befremdet. Aber es war auch irgendwie gemütlich!
Wieviel Venkman steckt in Dir?
Ich denke, es steckt kein PETER VENKMAN in mir (obwohl mich Nicolas, Oliver Rohrbeck und Benjamin Völz tatsächlich manchmal noch so nennen – und ich sie bei ihren RGB-Namen!). Ich hoffe aber, es steckt noch immer genug STEFAN KRAUSE in der Figur Peter Venkman, sodass man auch nach 25 Jahren noch Spaß hat an diesem charmanten, eitlen, faulen, treuen, mutigen, schlafmützigen, ekto-plasmischen Hysteriker!
…das hat man! 😉
Ich bedanke mich herzlich für die Möglichkeit eines Interviews!
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