Schwere Vorwürfe gegen Bill Murray

Diesen Artikel will keiner lesen, aber wir müssen trotzdem darüber reden

Schauspieler Seth Green, bekannt aus den „Austin Powers“-Filmen und der Serie „Buffy“, erhebt schwere Vorwürfe gegen den immer schon als schwierig geltenden Murray. In einer YouTube-Show erzählte er, wie Murray ihn zu Beginn der Achtzigerjahre – als Green noch ein Kind war – kopfüber in einen Mülleimer schmiss und meinte: „Müll gehört in den Müll“. Grund war gewesen, dass Green auf Murrays Platz gesessen habe.

Die Anschuldigung ist nur die jüngste in einer ganzen Reihe ähnlicher Geschichten. Erst vor kurzem hatte Schauspielerin Geena Davis in ihrer Biographie geschrieben, Murray habe sie am Set eines Filmes mit einem Massagegerät bedrängt und wegen Verspätungen angeschrien. Beide drehten 1990 gemeinsam die (gute) Klamotte „Ein verrückt genialer Coup“, Bill Murrays bisher einziges Werk als Regisseur.

Im April mussten die Dreharbeiten zu Murrays Film „Being Mortal“ unterbrochen werden, weil der Schauspieler sich auf eine Mitarbeiterin gesetzt und sie durch die Schutzmaske geküsst haben soll. Wie mittlerweile bekannnt wurde, hat Murray ihr dafür 100.000 Dollar zahlen müssen. Die Dreharbeiten wurden noch nicht wieder aufgenommen.

Seth Green: Kopfüber in den Müll?

Am Set von „Was ist mit Bob“ erlitt Murray einen Nervenzusammenbruch und schmiss mit einem Aschenbecher nach Co-Star Richard Dreyfuss. Auch Lucy Liu erklärte nach „Drei Engel Für Charlie“, Bill Murray habe sich unmöglich benommen.

All diese Vorfälle sind von außen schwer zu beurteilen – man kennt die Zusammenhänge nicht, vieles ist Jahrzehnte her. Aber – ernst nehmen sollte man sie schon, denn Bill Murray hat eine Reputation als schwierige Person. Freunde wie Dan Aykroyd witzeln darüber und nennen ihn „The Murraycane“, für andere ist er sicher einfach nur ein Arschloch.

Für Ghostbusters-Fans sind diese Dinge dreimal ärgerlich und vor allem auch schade. Es stellt sich – wie so oft – die Frage danach, in wieweit Werk und Künstler getrennt werden können (und sollten). Dass Bill Murray Ghostbusters in der allgemeinen Wahrnehmung wie eine Galionsfigur prägt – trotz Generationswechsel im Kino – ist da sicher nicht förderlich.

Für den Vorfall am Filmset von „Being Mortal“ hatte sich Murray entschuldigt und Fehlverhalten eingeräumt. Das macht zwar überhaupt nichts wieder gut, aber die Sache zumindest nicht noch schlimmer. Hoffen wir, dass er sich nicht noch mehr Mist leistet. Hoffen wir das für ihn, damit er sich den über Dekaden aufgebauten Nibus als Kultfigur nicht ganz verbaut. Hoffen wir das aber in erster Linie für uns.

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