Review: Weta Mini Epics Ghostbusters Wave II

Ein Jahr hat’s gedauert, jetzt legt der Weta Workshop mit Wave 2 seiner Ghostbusters-Karikaturenserie nach. Was können die neuen Mini Epics?

Wer sich noch an unsere Review zu den ersten Figuren erinnert, der wird wissen, dass damals durchaus Begeisterung angebracht war. Die Weta Mini Epics, ursprünglich gestartet mit formschönen Herr der Ringe-Figuren und nach und nach expandiert in alle möglichen Themenbereiche, sind in unseren Augen das Nonplusultra stilisierter Reihen. Sie kosten verhältnismäßig wenig (knapp 40 Euro zahlt man für eine Figur), liefern aber gescheite Bemalung, fühlen sich äußerst wertig an und neben dem ordinären Pöbel unter den Collectibles, nämlich der gemeinen Actionfigur, die oft der Likeness der Schauspieler hinterherrennt und dabei von vornherein verloren hat, weil sie doch nur ein Plastikpüppchen ist, machen die Mini Epics das Beste aus ihrem PVC-Dasein. Sie bestechen durch groteske Extravaganz und schwungvolle kreisrunde Elemente, die sich wie Unterschriften der Designer auf allen Mini Epics finden. Man kann aber auch einfach sagen: Das ist Kunst!

Ray Stan(t)z

Statt eines Fazits am Ende vielleicht ganz vorneweg: Die tollen Impressionen der ersten Wave wiederholen sich hier – wohl ist die zweite Wave sogar noch etwas besser. Denn während damals Peter Venkman und Slimer 10 von 10 Punkten abholten, war Egon leider nur eine 8. Das war kein Problem, weil immer noch richtig gut. Aber diesmal stimmt’s halt von vorn bis hinten. Für Ray hat man wohl einen Fehler gemacht, aber der kam über die Packung nicht hinaus, auf der „Stanz“ steht – ohne zweites T. Bis zur Figur hat es dieser Ausrutscher nicht geschafft, auf dem Namepatch ist alles okay. Im Gesicht übrigens auch. Man sieht’s auf keinem Internet-Bild – übrigens auch nicht auf unseren Pics, die leider alle einen Tacken überbeleuchtet sind, aber im Gesicht finden sich alle Merkmale von Ghostbusters-Gottvater Dan Aykroyd: Der bübisch-überraschte Blick, die Augenpartie, die sehr eigene Nase. Das Tolle ist ja, dass diese Karikaturen, trotzdem sie keinerlei realistischen Anspruch haben, das Aussehen der Schauspieler doch eher treffen als so manche um Echtheit bemühte Figur.

Rays Hinterkopf mag eher einem sehr jungen Stantz gehören, einem von noch weit vor den Ereignissen der Filme, denn das Haar ist voller Weta-runder Locken. Aber es soll ihm gegönnt sein. Wie ihr seht, hat Ray außerdem seine Ecto-Goggle und eine Geisterfalle dabei.

Winston Zeddemore

Winston means Business! Anders ist das aggressive Gesicht Ernie Hudsons nicht zu erklären – aber es steht ihm gut! Auch Winston kommt in einer der stabilen, wunderschönen Pappboxen, die alternativ auch als Mini-Vitrine taugen. Denn sie geben einerseits freie Sicht auf die Figuren, sind selbst aber auch kleine Kunstwerke, denn es gibt tolle Illustrationen der Figuren, das Layout ist allgemein reduziert-stilsicher und selbst die Rückseiten, die die anderen Figuren zeigen, sind schön und nicht überfrachtet.

Wie Ray und zuvor Peter und Egon hat Winston ein durchsichtiges Standee-Plättchen bei sich, auf dass man die Füße stecken kann. Diese Standhilfen haben die Figuren aber gar nicht nötig, denn sie stehen auch ohne sie wie eine Eins. Gibt’s Kritik? Bei unserem Exemplar ist der Name Patch auf der Brust etwas unschön abgeschnitten. Ob das grundsätzlich so ist, wissen wir nicht. Es ist aber auch Meckern auf höchstem Niveau.

Zuul

Den Knaller gibt es am Ende: Wie schon Slimer zuvor sorgt auch hier das Creature für den größten Aha-Effekt. Zuul ist die Nummer Eins! Das fängt schon ganz subtil an, bei der Packung. Die ist voller pinker Elemente und es ist dieses nostalgische Ghostbusters-Pink. Das Pink des Schleimflusses aus Teil 2, das Pink des Ectoplasma-Spiel-Gel aus Kenners The Real Ghostbusters. Mit dem simpelsten Trick der Welt steckt von allem etwas in diesem Anblick.

Das Pink hat es auch auf die Figur selbst geschafft, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Zuul steht es aber recht gut, die Akzente machen die Figur plastischer. Der Sculpt gibt ihr den Rest.

Denn was für ein Urviech! Wuchtig. Der Schädel unterscheidet sich kaum von dem aus dem Film, der Rest ist noch bulliger. Bei uns ist dieser Terror-Dog direkt in ungeahnte Höhen gezischt, vorbei an Diamond Select, Plasma Series-Vinz und sogar an den Neca-Platzhirschen: Zu originalgetreu und gleichermaßen eigen, aber gut eigen. Über ihm thront nur noch die uneinholbare Statue von Hollywood Collectibles, immerhin ein Abguß der Stop Motion-Puppe in Originalgröße.

Das Fazit

…fällt wieder einmal hochgradig subjektiv aus. Den Stil der Figuren kann man mögen oder auch gar keinen Zugang dazu haben. Wahrscheinlich ist unser Vergleich mit den Action-Figuren auch großer Schwachsinn, denn das hier sind eher… wie sagt man? Design Elemente? Optische Süßigkeiten; solch ein Zuul passt nun eben genauso in die vollgepackte Mencave wie ins minimalistische Biedermeier-Wohnzimmer, gleich neben einer Blumenvase und den gerahmten Urlaubsfotos von 2019. Hoffentlich folgen noch zig Waves.

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