Zum Todestag: So hätte Harold Ramis sich Ghostbusters 3 vorgestellt

Wie die Zeit vergeht: Heute vor sieben Jahren verstarb Harold Ramis. Für die meisten Fans war er Egon, für alle die ihn kannten war er ein weiser, gescheiter, gebildeter, gewitzter Mann.

Ein großes Geheimnis wird wohl vorerst bleiben: Nämlich die Vorstellung, wie wohl GHOSTBUSTERS 3 mit Ramis ausgesehen hätte. 2009 wurden die The Office-Schreiber Gene Stupnitski und Lee Eisenberg, beide kreative Mündel von Ramis, mit der Arbeit für ein Drehbuch beauftragt. Kein Mensch weiß, wie das ausgesehen hat. Die alten Ghostbusters sollten ein neues studentisches Nachwuchs-Team anlernen, wie man das schon von Extreme Ghostbusters kannte. Für Bill Murray hatte man „die Rolle des Lebens“, posaunte Aykroyd vielversprechend. Zig Drehbücher gab es, aber man kam nicht voran, bis Ramis‘ Tod das Projekt komplett begrub: Regisseur Ivan Reitman dankte ab, Paul Feig brachte seine Damenriege in Stellung.

Was jetzt als offizieller dritter Teil der Reihe unter Reitman-Sohn Jason auf uns wartet, ist bittersüß: Zum einen mutet alles, was wir bisher wissen, wesentlich origineller an als das generische Gebräu früherer GB3-Inhaltsangaben. Zum anderen wissen wir, dass es den Abschied und Verzicht von Ramis und den damit einhergehenden finanziellen Misserfolg des Feig-Reboots gebraucht hat, um hierher zu kommen. Der Verzicht auf Egon ist ein hoher Preis für die wahrscheinlich rührende Geschichte über Egons Vermächtnis.

Drum bleibt die Frage immer im Raum: Wie wohl hätte Teil 3 unter der Feder der Ramis-Mündel Stupnitski und Eisenberg ausgesehen? Deren Office-Folgen waren solid Gold und auch die von ihnen geschriebe Komödie Bad Teacher mit Cameron Diaz als verkorkste Lehrerin war ganz witzig, Year One dagegen eher platt. Der Autor dieser Zeilen würde nicht wenig dafür geben, das damalige Drehbuch zu lesen, um den Film wenigstens im Kopf sehen zu dürfen – doch bisher gab’s nur einen Fake-Leak. Was wäre, wenn? Was hätte sein können? Wir waren so nah dran. Ehrlich? Ich glaube, das was wir nun bekommen, wird wesentlich besser. Das ändert aber nichts an der Neugierde.

Nicht zuletzt, weil Ramis die ganze Großartigkeit von Ghostbusters zuzuschreiben ist: Aykroyd hatte ausufernde Ideen ohne Grenzen. Harold Ramis hat sie geschliffen und mit feinster Gesellschaftskomik versetzt. Oder wie Bill Murray letztes Jahr im Zoom-Call sagte: „Harold schrieb die guten Sachen, Dan schrieb den Rest“. Aykroyd saß daneben und lachte zustimmend und weil das so ist, interessiert mich auch das generische Ghostbusters 3-Drehbuch, an dem Ramis indirekt mitwirkte. Wer es im Darknet findet: Schämt euch – und außerdem: Ich hab Kaffee und Kuchen und eine über einen Meter große Playmobil-Figur von Egon. Was ich nicht habe ist irgendeine Ahnung, wo ich sie hinstellen soll. Macht was ihr wollt mit dieser Aussage. Ich scherze natürlich nur.

Lange Rede, kurzer Sinn: Dieser Artikel erscheint zu Harolds Todestag, er ist aber kein Nachruf. Das ist nicht die Intention, denn das haben wir hier schon öfter gemacht, hier beispielsweise. Heute soll es darum gehen, was er sich für Ghostbusters 3 so vorgestellt hat und da gibt es dieses wundervolle Gespräch. Wunderbarerweise ist so viel von dem, was uns mit Legacy bevorsteht, erwähnt: Es soll um die Charaktere gehen, es soll um Low Tech gehen und es soll eben kein austauschbarer Action-Scheiß wie Transformers oder G.I. Joe werden. Seht selbst.

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