Filmstudios bereiten sich auf neue Verschiebungen vor

Nicht unbedingt eine „Ghostbusters“-spezifische Nachricht, aber der neue Film „Legacy“ könnte von einer neueren Verschiebungswelle betroffen sein.

Der Branchendienst Variety berichtet, die großen Filmstudios würden sich auf eine neue Verschiebungswelle ihrer Blockbusterfilme einstellen. Dies betrifft vor allem Filme, die für den kommenden März und das Frühjahr angedacht sind, doch beeinflussen Releasepläne einzelner Filme das große Ganze, so dass es auch einen Einfluss bis in den Ghostbusters-Startmonat Juni hinein geben könnte.

Der Artikel, der von gestern ist, hat Sonys Marvel-Movie Morbius noch für März gelistet, mutmaßt aber, der Film könne verlegt werden. Heute kam dann die Meldung, dass der Film in den Oktober wandert. Dasselbe Schicksal könnte Cinderella und The King’s Man ereilen.

Warner Brothers hat in einem verzweifelten Schachzug vor einer Weile sein gesamtes Angebot an Großfilmen für 2021 gleichzeitig als Kino- und Streamingangebot umgeplant. Dieses Vorhaben ließ Wonder Woman 1984 bruchlanden: Obwohl die Kinoeinspiele mitten in einer Pandemie für die Verhältnisse gut waren, reichten sie natürlich nicht an einen gewöhnlichen Filmstart heran. Gestern gab Warner erstaunlich offen zu, die VOD-Alternative von Wonder Woman hätte nur etwas über sieben Millionen Dollar eingebracht, was so gut wie gar nichts ist. Die weltweiten Kinoeinnahmen belaufen sich momentan auf 130 Millionen Dollar. Der Film hat 200 Millionen gekostet, dazu kommen noch Kosten für Werbung und PR. Es wird gemutmaßt, dass Wonder Woman am Ende 100 Millionen Miese machen wird – wohlgemerkt sprechen wir hier von einem hochpopulären Superheldenfilm, also dem Genre, das in den letzten Jahren die höchsten Gewinne eingefahren hat. Teil 1 brachte es vor knapp vier Jahren auf 822,3 Millionen Dollar – OHNE Streaming- und Home Video-Verwertung.

Für Sony (und Paramount) bleibt sowieso nur die Verschiebung, wenn es denn unbedingt so kommen müsste. Denn diese Studios haben keinen eigenen Streamingdienst und könnten höchstens an einen Anbieter wie Netflix verkaufen. Das käme aber nur für kleine Filme infrage, da Netflix nichts in der Größenordnung zahlen würde, in der z.B. Ghostbusters Legacy im Kino verdienen könnte. Anders ist es z.B. bei Disney, wo man mit einem VOD-Release für Black Widow bei Disney+ liebäugelt. Der immense finanzielle Verlust könnte durch neue, extra für den Film herbeigelockte Abonnenten, die dann am Ball bleiben, ein zu verschmerzendes Opfer darstellen.

Zum Schluß noch eine positive Bemerkung: Wir glauben trotz allem nicht, dass Legacy noch einmal verschoben wird.

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