Ernie Hudson: Winston wird 75!

Wenn von Ghostbusters die Rede ist, denken die meisten an den Wortwitz von Bill Murray, das Herz von Dan Aykroyd oder Harold Ramis‘ Nerdtum – dabei ist für die Fans längst klar: Ohne Ernie Hudsons Winston wäre das Team mindestens nur die Hälfte wert. Heute wird Hudson 75.

Die Ambitionen von Aykroyd, Ramis und Regisseur Ivan Reitman, mit Winston eine Figur kreiert zu haben, die für die Sicht des Zuschauers steht, des Außenseiters im Käfig voller Narren, wird oft schmunzelnd als PR-Gewäsch abgetan, schließlich sei Winston der „Quotenschwarze“ – und selbst Ramis betont 1996 in einem Interview, man sei ganz stolz gewesen, so manchen Murray-Spruch auf Hudsons Figur übertragen zu haben: „Wir kamen uns unglaublich politisch korrekt vor“, sprach der Murmeltier-Regisseur nicht ganz ohne Selbstkritik.

Dabei war das gar nicht nötig, denn der offizielle Tenor greift: Winston bringt einen erdenden, ergänzenden Pragmatismus ins Team, der näher am Heute nicht sein könnte: Ja, alles ist meschugge und meine Arbeitgeber erst recht, aber man muss ja über die Runden kommen. Oder wie es im Film heißt: Solange es ein regelmäßiges Gehalt gibt, glaub‘ ich euch alles. Und er gibt alles.

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Das ist auch das persönliche Motto Hudsons. Der Mann fällt zwar kaum durch dicke Knallerfilme auf, hat aber seit 40 Jahren dauerhaft Arbeit: In Filmen, Fernsehserien, auf Conventions. Dabei ist er ganz das Gegenteil von Bill Murray: „Bill ist ein Künstler. Ich bin sehr früh Vater geworden und musste arbeiten.“ Sie lieben einander trotzdem: „Bill hat gesagt, dass er das Ghostbusters-Videospiel nur spricht, wenn ich auch prominent dabei bin. Diese Art Solidarität ist selten.“ Wer aber denkt, Hudson drehe nur Massenware, irrt: Mit Leviathan trat er 1989 an der Seite von „RoboCop“ Peter Weller in einer B-Film-Perle im Stil von Alien und The Abyss auf. Seine Filme The Crow und Congo gelten als Kultstreifen.

Mit Ghostbusters verband er lange Zeit eine Hassliebe: Am Set des ersten Films angekommen musste er feststellen, dass Winston, der zunächst Ramsey heißen sollte, von einer Haupt- zur Nebenrolle heruntergeschrieben wurde. Er kandidierte 1986, um Winston seine Stimme in der Zeichentrickserie zu leihen, doch die Produzenten meinten, er klinge nicht genug nach Ernie Hudson. Auch im zweiten Film durfte er erst nach 30 Minuten durchstarten. Mittlerweile sind diese Narben verheilt, wie er sagt. Denn die Fans verehren ihn seit Jahren auf Conventions wie den Helden, der er ist: „Es ist ein Privileg, Teil von etwas sein zu dürfen, das so lange beliebt ist. Normalerweise dreht man einen Film und einige Monate später redet niemand mehr darüber. Hierbei ist es anders.“ Das sagte er erstmals 1989 und er darf es immer noch sagen – und das ist auch sein Verdienst.

Heute also wird Ernie Hudson 75. Er sieht besser aus denn je – wünschen wir ihm noch 75 weitere Jahre.

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