Review: Hasbro Ghostbusters Plasma Series Wave 1

Ghostbusters kehrt mit Hasbro als Lizenznehmer nach Hause zurück. Das zeigt sich nicht nur an den „Real Ghostbusters“-Neo Vintages, sondern vor allem mit der ersten Wave der neuen Plasma Series. Denn während die Kenner Classics mit dem Zauber der Vergangenheit bezirzen, punkten die Plasmas mit der Magie moderner Actionfiguren.

In der ersten Wave enthalten sind sechs Figuren: Peter Venkman, Ray Stantz, Egon Spengler, Winston Zeddemore, Dana Barrett und Gozer. Sammelt man alle, kann man aus Einzelteil-Beilagen einen Terrorhund zusammenbauen und hat sieben Figuren. Wir haben uns für euch alle Figuren angesehen. Doch eins nach dem anderen.

Die Packung

Die Boxen wissen direkt sehr zu gefallen und lassen übergroße Plastikblister wie bei Diamond Select oder Design-Durcheinander wie bei Matty Collector wenig missen. Stattdessen ist hier alles durchdacht: Die Packungen kommen in Uniform-Beige. Alles, inklisive des Logos und Schriftzuges, wirkt aufgenäht und um welch eine Figur es hier geht, verrät ein Name Patch unter dem Fenster. Löblich: Die Pappe scheint aus matten Recycling-Material, wirkt dabei aber keinesfalls billig. Im Gegenteil, hier stimmt alles.

Auf der Rückseite finden sich glänzend hervorgehobene CGI-Illustrationen aller Figuren, ein Verweis auf den „Sammel“-Hund und eine mehrsprachige Beschreibung der jeweiligen Figur. Seitlich gibt’s eine sehr kunstvolle Zusammenstellung der vier Geisterjäger, die auch prima im Artbook hätte Platz nehmen dürfen.

Packt man eine Figur dann aus, fällt zunächst der Hintergrund der Innenbox auf: Risszeichnungen des Equipments unserer Geisterjäger. Darauf achtet man eigentlich kaum beim äußerlichen Betrachten, umso liebevoller wirkt es. Die Blister-Bubbles sind äußerst sammlerfreundlich: Nichts muss geschnitten werden, die einzelnen Teile und Figuren lassen sich einfach hinausdrücken und später wieder einsetzen. Das ist besonders toll für Sammler, die mal ein-, mal ausgepackt hinstellen mögen.

Der Mann, der gut reden kann: Peter kann (fast) jeden von (fast) allem überzeugen.

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Dem Ersten unter Gleichen, Doktor Peter Venkman, wollen wir auch den ersten Blick widmen. Peter stellt uns gleich vor die vollendeten Tatsachen der ganzen Plasma Series: Denn die Likeness ist zwar da, nah dran, aber auch ein klein wenig off. Von einer ultimativen Reihe kann also keine Rede sein – andererseits ist diese Figur so viel besser als alle filmbasierten Venkman-Actionfiguren zuvor.

Was die Plasmas hervorhebt aus dem Allerlei des bisher Gewesenen ist in erster Linie Hasbros kongeniale Face Paint Technik. Im Rahmen eines teils geheimen Verfahrens erstellen die Hasbro-Magier nicht nur großartige Headsculpts, sondern versehen sie außerdem mit einer fotorealistischen Bemalung. Ein Video dazu gibt es hier.

Leider scheint bei den Ghostbusters noch nicht ganz derselbe Enthusiasmus zu gelten wie bei der Star Wars Black Series oder den Marvel Legends, denn diese Art der Bemalung scheint Hasbro hier erstmal nur auf die Gesichter selbst anzuwenden. Wie ihr auf dem obigen Bild sehen könnt, wurden die Haare konventionell bemalt und suppen stark in Peters Stirn. Keine Sorge: Das ist hier das krasseste Beispiel, schade ist es dennoch. Bleibt zu hoffen, dass wie schon bei der Star Wars Black Series auch bei „unserer“ Plasma Series im Rahmen späterer Waves solche Spar- und Kinderkrankheiten ausgemerzt werden. Zum Beispiel die Uniformen, die überhaupt nicht bemalt sind, könnte man noch schattieren oder mit Flecken versehen.

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Peter kommt natürlich mit seinem Proton Pack, das wir uns hier einmal genauer ansehen. Schön: Erstmals kann ein Actionfiguren-Pack selbstständig stehen. Die Modellierung ist auch toll gelungen, der Werfer wird außerdem wie bei Matty an das Pack per Nuppsi gesteckt und hält bombenfest.

Um das Pack an den Figuren zu befestigen, löst man das Gürtelgeschirr an einer Stelle, stülpt das Pack über und steckt das Geschirr wieder fest. Das ist einfach und gut und hält auch durch einen Stengel, der in den Rücken der Figur einrastet. Es ist eben Hasbro / Kenner, das kennen wir schon von den Real Ghostbusters. Achtung aber: Gürtel und Schlauch sind aus starrem Plastik, allzu viel sollte man damit also nicht hantieren und das Pack sollte auch an der Figur bleiben.

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Den Vergleich mit seinem Mattel-Bruder braucht Peter nicht scheuen: Über alle Zweifel erhaben ist, dass Matty-Venkman daneben eher wie eine Karikatur aussieht.

Peter kommt außerdem mit einer kleinen Geisterfalle, die er gemütlich in den Händen halten kann. Auf diesen Bildern ist auch sehr schön zu sehen, dass Hasbro daran gedacht hat, die Uniform aus den Stiefeln zu lassen – original Murray Style.

Wertung: 8/10

Das Herzstück des Teams: Ray steht bereit, um auf Geisterjagd zu gehen.

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Auch Ray sieht in der Plasma-Version aus wie ein kleiner Mensch. Ob er wie Dan Aykroyd aussieht, sei dahingestellt. Mit ihm ist’s eine komische Sache: Je nach Blickwinkel ist er’s, dann wieder nicht. Für den Rezensenten ist die Figur nahe genug dran an Young Aykroyd: Die staunenden Augen, das ist Ray.

Gold wert: Die Plasma Series recyclet nicht wie die Figurenreihen zuvor. Ray hat eine kleine Wampe modelliert bekommen und genau so gehört sich das auch, schließlich ist er ein wenig chubby. Das war ja mit eine der größten Ärgernisse bei Matty und Diamond, die stets allen vier Geisterjägern, Typen mit völlig verschiedenen physischen Eigenheiten, immer dieselben Körper spendierten. In Review-Videos hatten Leute zwar Probleme, das Pack geschlossen um die Figur zu bekommen, aber davon habe ich gar nichts gemerkt. Null Problemo.

Aufgrund der vielen Gelenke, die fest und stabil sind, lassen sich die Figuren übrigens auch in allerlei Action-Posen bringen. Voraussetzung ist allerdings ein separat erhältliches Standplättchen wie hier auf den Fotos zu sehen. Posieren macht einen Riesenspaß und das Bild des heranlaufenden Ray ist unser Favorit.

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Natürlich kommt Ray auch mit seiner obligatorischen Ecto-Goggle.

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Auch im Vergleich mit Matty-Ray weiß Plasma-Ray besser zu gefallen. Der eine sieht aus wie ein Foto Dan Aykroyds (mit der Goggle, die die etwas zu vollen Haare bedeckt, erst recht). Der andere starr und mit grimmigem Knautschkopf irgendwo zwischen dem gealterten Tom Hanks und Rodney Dangerfield. Was hat sich Mattel bei dieser verknautschten Birne gedacht?

Wertung: 8 / 10

Der Kopf der Organisation: Egon ist genau der Richtige, wenn es um die beste Ausrüstung geht

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Während Ray endlich wieder seinen Belly spendiert bekam, wurde auch ein ewiges Greul mit dem neuen Egon gelöst: Seine Brille nämlich ist nun wieder, 34 Jahre nach Kenners Real Ghostbusters, Teil des Headsculpts. Das hat den Vorteil, dass die Brille mit Hasbros Face Paint Technik subtil bemalt wird und überhaupt mal wieder gut aussieht. Zwar kann man im Profil der Figur sehen, wie Gesicht und Brille ineinander übergehen, das ist aber äußerst unaufdringlich und immer noch tausendmal besser als die aufgesetzten Brillen bei Matty und Diamond, die viel zu dick gerieten.

Die Likeness ist okay – als grimmiger Harold Ramis geht Egon allemal durch. Ehrlicherweise gilt aber auch hier wie bei all diesen Figuren: Die superfeine Bemalung lässt die Gesichter einfach realistischer erscheinen und das übertüncht in seiner Wirkung auch die ein- oder andere kleine Like-less.

Egon kommt selbstverständlich mit dem PKE-Messgerät, das er in die Hand nehmen oder per Nuppsi auch am Gürtel tragen kann.

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Der Autor dieser Zeilen mochte den Mattel-Egon immer, wohl auch weil er mit die erste Figur von Matty Collector war. Neben dem dynamischen Plasma-Egon stinkt er aber ab und sieht aus wie Richard Gere mit einer dicken Spielzeugbrille. Schlimmer ist nur der (hier nicht gezeigte) Diamond-Egon, der nicht nur out of character grinst als gäbe es kein Morgen, sondern dessen Brille ausschaut, als hätten ihm Kinder eine aus Knete aufgesetzt. Googelt den mal!

Wertung: 7,5 von 10

Die Stimme der Vernunft: Winston ist genau der richtige Kollege, wenn es hart auf hart kommt.

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Entschlossenheit hat einen Namen: Plasma-Zeddemore! Denn dessen Headsculpt zieht eine Miene, als hätte Tiamat ihm gerade wieder die Ehefrau abhanden kommen lassen (Comicleser wissen mehr)! Ernie Hudsons Gesicht scheint etwas modellierfreundlicher zu sein als z.B. Aykroyds Rübe, denn die Hersteller kriegen Winston oft am besten hin. Dieser Vertreter ist keine Ausnahme, wenn er auch nur die zweitschönste Figur der Plasma Series ist (doch dazu später mehr).

Winston kommt als einzige Figur mit einem aufsetzbaren Protonenstrahl. Der Grund dafür ist genauso simpel wie traurig: Afroamerikanische Actionfiguren werden seltener verkauft als weiße Figürchen – eine Schande, aber wer sich nun gefragt hat, warum es die teuren Blitzway-Großfiguren auch im „Doctors Three Pack“ ohne Winston gab, hat nun die Antwort. Der gute Ernie Hudson, ohne den wir Fans uns Ghostbusters überhaupt nicht vorstellen können, weil er ja durchaus ein wichtiger Part ist, hat freilich anderes verdient. Hasbro „nötigt“ also nun Sammler, die alle vier Figuren schießend ausstellen möchten, zum Winston-Viererkauf, um zu kompensieren.

Dabei sieht der Strahl leider gar nicht gut aus. Er sitzt zwar besser auf als bei anderen Herstellern, aber er ist kurz und überhaupt, hier war Mattel damals mal besser. Es bleibt allerdings zu bezweifeln, ob der Hartplastikstrahl sich auf Dauer so nach unten biegen wird wie der Mattel-Beam.

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Auch der Mattel-Winston selbst kommt seinem neuen Gegenstück bedrohlich nahe. Er ist nicht nur die schönste Mattel-Figur, er sieht auch gut genug nach Hudson aus. Das ist aber auch trotzdem nur beinahes Heranreichen, denn natürlich führt Hasbro auch hier.

Wertung: 8,5 von 10

Es gibt keine Dana, nur Zuul.

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Dass nicht unbedingt die Hauptfiguren einer Serie den größten Staun-Effekt auslösen, zeigt die neue Plasma-Dana. Denn was war das für eine Schande: Matty-Dana sah aus wie eine übergroße Ü-Ei-Figur, Diamond-Dana hätte auch aus der Schlumpf-Reihe von Schleich stammen können. Stehen konnten beide sowieso gar nicht. Wir können diese Figuren mangels Vorhandensein nicht nebeneinander stellen, aber seht euch einfach diese Bildchen an:

Während Scott „Toy Guru“ Neitlich Jahre später freimütig eingeräumt hat, dass Mattel nie die Likeness-Rechte von Sigourney Weaver hatte, sieht die neue Plasma-Dana ihrem realen Vorbild wie aus dem Gesicht geschnitten aus. Die etwas breiten Wangenknochen, der Blick (denkt an Dana, wenn sie hinter der explodierten Hauswand herschaut) – wunderbar. Diese Figur sieht gar mehr nach Weaver aus als es die exquisiten Alien-Figuren von NECA tun. Schwärmattacke: Eine der besten Ghostbusters-Actionfiguren der letzten Jahre!

Da stört es natürlich nur wenig, dass bis auf das obligatorische Hunde-Bauteil kein Zubehör beiliegt. Mini-Weaver, der kultige 80s-Haarschopf und das schön modellierte sexy Kleid (das hier ein Zweiteiler ist – man sieht’s wenn man das Hüftgelenk dreht) reichen völlig. Die roten Augen verzaubern uns!

Wertung: 9 / 10

Der Zerstörer und Reisende: Gozer ist ein alter Geist mit VIELEN Namen.

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Die letzte reguläre Figur der ersten Wave ist dann leider auch die am wenigsten Gelungene: Gozer, der mächtige Zerstörergott, ist als Plasma-Figur eher ein Kampfzwerg. Denn aus unerfindlichen Gründen ist die Figur ein gutes Stück kleiner als die Geisterjäger und sogar Dana und wirkt dadurch regelrecht zierlich daneben. Von der schauerlichen Anmut und Größe eines 1,85 Meter-Fashion-Models ist in dieser Interpretation nichts übrig geblieben.

Zwar macht auch hier die Gesichtsbemalung vieles wett – überhaupt ist der Kopf an sich schön gestaltet – doch der Körper ist umso schlimmer. Die nullbemalten Overalls der Geisterjäger sind eines, doch Gozers Blasen schlagendes weißes Outfit gehört unbedingt schattiert, unterstrichen, ge-„blackwashed“. So wirkt das Weiß und damit die ganze Figur einfach nur nach Plastikramsch. Cherry Picker sollten also weiterhin besser nach der NECA-Figur suchen.

Wie auch bei NECA kommt dieser Gozer mit Tauschhänden. Einmal gibt es die normale Variante, einmal die Blitze schießende, mit der man actiongeladene Szenen inszenieren kann. Ich persönlich bin kein Fan von diesem teildurchsichtigen Plastik, das immer für diese Lasereffekte benutzt wird – meiner Meinung nach sieht das auch recht trashig aus. Wer’s mag, hat aber die Option es so aufzustellen.

Wertung: 5 /10

Die Sammelfigur

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Am Ende steht die Hundefigur, die mit ein paar Handgriffen fertig ist. Man merkt diesem Terrorhund an, dass das verwendete Plastik eher nicht so wertig ist wie das der „Hauptfiguren“. Dennoch macht er was her. Alle vier Beine können bewegt werden, der Kopf kann auf- und ab und zur Seite sehen und das Maul ist aufklappbar.

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Neben die anderen Figuren gestellt fällt auf, dass Vinz Clortho (es ist laut Packung das männliche „Tier“) ein wenig groß geraten ist, gerade auch neben dem zierlichen Gozer. Auch ist die Figur etwas schlank und die Hinterbeine sind zu lang. Wir würden diesen Schoßhund irgendwo zwischen den NECA-Hunden und den von Diamond Select platzieren. Für sich gesehen wäre er eher enttäuschend, als Sammelboni hingegen ist er ganz ordentlich.

Wertung: 6,5 von 10

Fazit

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Die Plasma Series legt einen Wahnsinnsstart hin. Es gibt viele Verbesserungsvorschläge, weil man weiß wozu Hasbro mit seinen Star Wars-, Power Rangers- und Marvel– Lineups imstande ist. Es reicht aber jetzt schon, um alle bisherigen Serien mit vergleichbar großen Figuren (inklusive der wesentlich teureren Mezcos) an die Wand zu spielen. Wer sich fragt, ob er nach Mattel und Diamond unbedingt das dritte mal dasselbe in Grün braucht, dem sei ausdrücklich gesagt: Ja!

Außerdem ist die Plasma Series ein Versprechen. Weitere Waves mit immer besser ausgearbeiteten Figuren werden folgen, inklusive denen zum kommenden Kinofilm Ghostbusters Legacy. Kaum abzuwarten!

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