Toy Reviews: EGB Kylie Griffin (Trendmasters, 1997)

1996 schien ein gutes Jahr für Ghostheads zu werden: Nach Jahren der Dürre wurde eine neue Trickserie angekündigt: Extreme Ghostbusters. Obwohl auch diese Serie mittlerweile einen festen Fan-Kern für sich verzeichnen kann, wissen wir alle, dass sie sich nicht so toll geschlagen hat, wie wir gehofft hatten. Doch heute soll es nicht um die Serie an sich gehen, sondern um die zugehörige Spielzeugline. Um genau zu sein, um Kylie!

Kylie1

Bild: FigureRealm.com

Kylie war einer der wenigen Lichtblicke von EGB: Ein gescheites Mädel mit der Leidenschaft von Ray und dem Verstand von Egon, sie war 20 Jahre vor Paul Feig überhaupt die erste reguläre weibliche Geisterjägerin des Franchises, noch dazu kein reduziertes Comic-Sexobjekt. Nein, sie war ein cooles Goth-Girl, allerdings kein Klischee. Denn die gruftige Attitüde war einfach ihr modisches Ding, ganz ohne Friedhofsbesuche und aufgesetzter Schwermut Sie hat es als einziger Extreme Ghostbuster 15 Jahre später in den regulären Cast der aktuellen Comicserie geschafft, und so kann man sie wohl als als mittlerweile fester Teil des GB-Kosmos betrachten.

Die bisher einzigen beiden Actionfiguren von ihr im Rahmen von Trendmasters kurzlebiger Extreme Ghostbusters-Toyline – es gab sie in einer regulären, als auch in der Deluxe-Version – werden Kylies heutigem Status allerdings nicht gerecht. Mit einer Größe von etwas über 10 Zentimetern ist das Mädel sehr klein ausgefallen, die Verarbeitung ist in knalligen Farben gehalten und nicht sehr wertig. GB-Merchandise war in den 1990er Jahren noch rein auf Kinder ausgelegt, dazu kam ein rechter Verfall der Qualität im Actionfigurensegment. Trendmasters brachte all diese zeitgenössischen Mäkel mit der auf Verschleiß ausgelegten Extreme GB-Toyline auf den Punkt, und Kylie ist keine Ausnahme. Mein eigenes Gruftinchen beispielsweise hat seit jeher immer nur in der Vitrine gestanden und seitdem nur zwei behutsam getätigte Umzüge mitgemacht, dennoch fällt sie mehr oder weniger auseinander. Kaum auszudenken, wo die Figur heute wäre, wenn sie bei einem Kind als das Spielzeug gelandet wäre, als das sie eigentlich gedacht war. Ziel verfehlt.

Kylie-Front

Bild: FigureRealm.com

Auch das Sculpting an sich enttäuscht. Durch die geringe Größe (die älteren Real GB sind regelrechte Riesen, verglichen mit ihren extremen Nachkommen) ist Detailverliebtheit leider weder bei Form noch bei Bemalung zustande gekommen, statt dessen erinnert Kylie eher an eine Ü-Ei-Figur.

Ausstattungsmäßig hat Trendmasters das „Extreme“ wörtlich genommen: Alle Figuren kamen mit Proton Packs, die Projektile schießen konnten, alle hatten Geisterfallen und ein kleines Gespenst mit dabei. Geradezu grotesk wurde es bei den Deluxe-Figuren, welche mit riesenhaften Light & Sound-Backpacks erschienen, die echte Menschen niemals hätten tragen können. Immerhin: Deluxe Kylie kam ihrer Cartoonkollegin näher als die Standardfigur.

Nachdem die Lizenz für Geisterjäger-Figuren jüngst zu Hasbro wanderte und dort demnächst eine „Plasma Series“ gestartet wird, wär’s vielleicht wünschenswert, wenn dort noch einmal eine richtig tolle Kylie im Stil der neuen Figuren auf den Weg gebracht würde. Dafür spricht, dass die Plasma Series sich an Hasbros Star Wars Black Series orientiert, in deren Rahmen auch sämtliche Inkarnationen des Sternenkrieges bedient werden. Dagegen spricht, dass Ghostbusters nicht Star Wars ist und unser liebstes Goth Girl wahrscheinlich immer noch zu speziell ist. Abwarten.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.