Kate McKinnon über die Freude, eine hässliche „Ghostbusters“-Uniform zu tragen

26Wenn „Ghostbusters“ im Sommer neu verfilmt in die Kinos kommt, ist das nicht nur ein Popcorn-Event. Tatsächlich ist es der erste groß budgetierte Hollywood-Film überhaupt, in dem ein ganzes Ensemble „richtiger“ Frauen (statt scheinstarker Superheldinnen-Barbies, die sich ihre Akzeptanz über enge Spandexkostüme erschummeln müssen) zwischen 30 und 50 Jahren die Welt retten dürfen.

profiles1Die in den USA recht populäre „Saturday Night Live“-Komikerin Kate McKinnon, im Film die sich an Konventionen nicht störende Ingenieurin „Jillian Holtzmann“, sprach Ende Februar auf dem Athena Film Festival über die Freude, an dem Film zu arbeiten:

We filmed [Ghostbusters] in Boston over the summer and the best part of the summer was getting to wear a jumpsuit. I wore pants the whole time and my hair was up the whole time. Not one hair on my neck … It sounds like a small thing that I got to wear pants and have my hair up, but it’s actually a really big thing because we were playing scientists. Women playing scientists wearing jumpsuits, kind of ugly jumpsuits. And they made dolls of this! That has never happened! … No cleavage. Dolls.

And while we were filming, Paul [Feig, der Regisseur] would sometimes release pictures of how things were going, the costumes or whatever. And we’d get a wonderful email from him whenever someone would tweet back a picture of their daughter rocking a Ghostbusters jumpsuit and a proton pack, which happened a lot. It’s sweet and it’s cute but it’s also actually quite new and quite huge. This morning, I Googled ‘girls Halloween costume,’ and I can tell you with scientific certainty that those jumpsuits will be the only girls‘ Halloween costumes available this October that include pants.

Paul has let women be tough cops, CIA operatives, and lovable drunken flailing losers. But Paul’s heartfelt and hilarious films have no political agenda … His true subversion lies in creating female protagonists who are striving for the universal goals of friendship, connectedness, justice, and personal growth. These golden fleeces have always been the sole province of male protagonists. They don’t call it an everyman for nothing. By building stories around female protagonists who are striving not for romance but simply to become their best selves, he has permanently changed the game for us all.

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Sexobjekt für viele Nerds: Nichtlizensierte Nuklearbeschleuniger zum Spazierengehen

Regisseur Paul Feig, der bisher recht erfolgreich schön geschriebene Charakterkomödien wie „Brautalarm“ inszeniert hat, ist als direkt Verantwortlicher seither ins Visier der Kritik zigtausender Filmnerds gerückt (die „Ghostbusters“-Fangemeinde selbst hat sich nach einiger Zeit der Verdutzung insgesamt eher neugierig und später erfreut gezeigt, zum Glück). Ein paar wenige konnten sich mit der reinen Neuverfilmungs-Attitüde nicht anfreunden (egal, ob mit Frauen oder Männern). Sehr viele erbrachen sich allerdings ganz simpel über die Damenwahl (Zitat: „Männerarbeit!“). So mancher war auch einfach gegen die Agenda-Instrumentalisierung der „Ghostbusters“, obwohl Kino seit hundert Jahren – immer schon – seine bedeutenden Unterhaltungsfilme gesellschaftliche Fragen hat stellen lassen. Es sind jene Filme, die wir heute Klassiker nennen, die relevant bleiben, die seltener wurden.

Schon der erste „Ghostbusters“-Film hat sich, was Frauen- und Männerbilder betrifft, bei genauerer Betrachtung als subtil pfiffig erwiesen. Die neue Version wird sich im Sommer mehr aufbürden als das Vermächtnis eines Klassikers. Der Film als solcher mag am Ende vielleicht gut, vielleicht schlecht sein. Im besten Fall haben wir Spaß mit ihm, im schlimmsten Fall wird er ein inspirierender Versuch, einer mit dem Herzen am rechten Fleck. So richtig schlecht ist aber beides nicht, und Fans können ihre Uniformen weiter mit Stolz über Comic-Messen tragen. Ach, und ihre Töchter vielleicht bald auch. Wenn sie wollen.

Hier sind die Actionfiguren der vier Heldinnen:

CYKfDfyUAAElqGe.jpg largeLego wird’s auch geben:

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Quelle

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2 Gedanken zu “Kate McKinnon über die Freude, eine hässliche „Ghostbusters“-Uniform zu tragen

  1. die blau-grauen Uniformen, in Teil 2, wurde da je irgendwo ein Grund genannt, für den Farbwechsel zwischendurch? Einfach aus experimentier Gründen oder eben praktischen Zweck?

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