Ghostbusters: Trailer-Analyse!

Here we go! Der Trailer ist da – Der erste seiner Art nach Dekaden… und die Erwartungshaltungen sind meterhoch. Die erste Tageshälfte war also die reinste Qual, doch um 15 Uhr unserer Zeit und ganz pünktlich ging’s los, und der Shitstorm derjenigen, die über ihre Argumentationen und Wortwahlen noch am wenigsten den smarten Originalfilmen gerecht werden können, begann. Wir wussten das und mittlerweile hat’s als Running Gag ja auch was für sich. Aber was kann Paul Feigs Trailer nun gescheiten Fans bieten? Spannend! Los geht’s.

1Yay! Wir wollen aber das alte Logo im fertigen Film! Das geht, das hat Columbia schon öfterl gemacht. Das ist das einzige bisserl konservatives Denken, das man legitim entschulden kann. Trivia: Columbia gehörte in den 1980ern Coca-Cola und die Dame wurde  in Form einer Colaflasche designed. Kein Scherz! Weiter.

2Watt? Wer bist du denn? Weiter.

3Schriftzüge, unterbrochen von NYC-Aufnahmen im Zwielicht: „Vor 30 Jahren haben vier Wissenschaftler New York gerettet“. Dann dieses Gebäude: Szenenapplaus! Ist das hier nach all dem Gepolter doch kein hartes Reboot, wenn der Trailer sich auf die Ereignisse der Vorgängerfilme bezieht? Ich glaube es ist nur ein Werbespruch, der zu einem Publikum spricht, das die alten Filme ja entweder kennt oder zumindest davon gehört hat. Dennoch, es gibt hartnäckige Sequel-Gerüchte, denen zufolge spätestens im dritten Trailer gesagt wird, wie es den „echten“ Ghostbusters erging. Abwarten. Aber schön, das Haus hier zu sehen, oder? Ich muss meine Lego-Version endlich mal zusammenbauen.

4Das nächste Bild zeigt dann dieses Graffiti in der U-Bahn. Weist es darauf hin, dass die Ghostvusters – die Originale – früher schon einmal eine große Nummer waren? Oder ist es einfach passend im Trailer platziert und kommt im Film irgendwann später vor, nachdem die Mädels etabliert wurden, aber noch ein Geheimtipp sind? Für wahre Ghostheads aber ein In-Your-Face-Insider ganz nebenher: Das Design stammt eigentlich von Zootfly, jener slowenischen Videogame-Firma, die anno 2007 herum inoffizielle GB-Bilder und Videos im Internet verbreitete und sich damit bei Sony für eine Gamelizenz bewarb. Daraus wurde nix. Der Trailer läuft dagegen weiter: „Diesen Sommer beantwortet ein neues Team den Anruf“ heißt es. Herrjeh, man kann diese eingängigen, englischen Bämm-Phrasen einfach nicht so imposant übersetzen.

5Nochmal Bämm! Da sind unsere Geisterjägerinnen! Bisher war’s nur Werbung, aber das hier ist das erste bewegte Bild überhaupt, das „Ghostbusters“ schreit (oder davon trieft, wie wir sehen werden)! Kate McKinnon, Melissa McCarthy und Kristen Wiig stehen gefesselt vor einem Geist wie weiland Bill Murray und Co. in der Bibliothek. Die Performance stimmt, die Umgebung stimmt (achtet mal auf den ganzen Oldschool-Plunder – man erwartet, dass es hier spukt) und vor allem der DRESS stimmt: Wiigs Outfit, etwas bieder und zeitlos, könnte geradewegs aus dem Originalfilm gefallen sein. McKinnon ist mit ihrer Lederjacke, der Frisur und dem versauten Hosenanzug der absolute Ghostbusters-Charakter, den es nie gab. McCarthy erinnert hier noch am ehesten an eine bereits gewesene Vorlage und gibt den Ray. Ja, gekauft: Das sind die Ghostbusters! Aber wo ist Winston?

678„Sie scheint mir friedfertig“, stottert Wiig und stellt sich dann nervös, aber auch gefasst als Erin Gilbert vor, Doktor der…

9Doch das interessiert das Gespenst wenig, weshalb es sogleich ein hässliche Fratze aufsetzt und Erin von oben bis unten einschleimt! Sowas hat Abby (McCarthy) ja noch nie gesehen, drum hält sie sicherheitshalber gleich mal mit der Kamera drauf.

1011Das also der erste Auftritt der Geisterjäger, und Feig liefert: Der Cast stimmt, dann die Hommage an die berühmte Bibliotheksszene, dann noch Vollgeschleime, damit’s auch jeder sieht: Ghostbusters!… Der Geist (und auch die anderen, die noch kommen werden) ist dabei ein mit moderneren Techniken geschaffenes Äquivalent derselben Gattung übernatürlicher Wesen, die uns damals schon zum Schreien und Lachen gebracht haben, und würde im 84’er-Film wahrscheinlich nur durch die knackigeren HD-Farben auffallen. Ab hier hat uns der Trailer!

12„Das Zeug ging überall hin, in jede Ritze. Ganz schlecht auswaschbar.“ Die beiden anderen sehen sich an. Dann:

13Holtzmanns Labor! Moment mal! Wirklich, das ist das Innere der alten Feuerwache! Nur anders eingerichtet.

1415Während Yates und Kolleginnen darüber reden, dass in der ganzen Stadt Sichtungen paranormaler Wesen stattfinden, haben wir unsere erste Begegnung mit Wins… ähm, Patty (steht ja drauf) – und sie selbst hat eine mit einem Haufen Geistern, unten im Bahnsystem.

16Kenntse den schon? Sagt ein Blockbuster zum anderen: „Brauchtse noch fliehende Menschen?“ – „Nee, ich hab noch.“

17„Es gibt dort draußen Menschen, die unsere Hilfe brauchen“, meint Abby, und dieses zusammengeschusterte Stück Schrott (im positiven Sinn!) leuchtet auf, schnurrt sehr bekannt, und ja, ich liebe es.

18Abby stellt alle vor: „Holtzmann, du bist eine brillante Ingenieurin“… und wie zum Beweis schnappt irgendeine infernalische Maschine zu.

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20„Erin, niemand kann Quantenphysik besser als Du.“ (Anmerkung des Autors: Doch, ich.)

21Abby schlägt den Freundinnen die Firmenidee vor, denn alle sind sie so talentiert. Dann verletzt sie sich den Finger, während der Louis Tully-Gedenkhelm zum Einsatz kommt.

22„Ich steige mit ein“, spricht Patty. „Ihr seid gut mit dem Forscherzeug, aber ich kenne New York!“ Und wir sehen sie als Kartendame bei der Bahn. Da ist unser geerdeter Charakter. Geerdeter geht’s gar nicht, quasi unter der Erde. Die alte Winston-Formel greift auch hier, obwohl Jones, wie der Trailer andeutet, wohl etwas mehr Persönlichkeit zeigen darf als damals der arme Ernie Hudson.

23„…und ich kann ein Auto von meinem Onkel bekommen“, spricht sie weiter, und hier ist es! „Das ist ein Leichenwagen!“, mault Abby. „Es ist ein Cadillac!, gibt Patty zurück! Und dann kommt so ein Soundeffekt, der die Pointe unterstreicht. Ich frage mich an dieser Stelle, wie das alles auf einen 15jährigen wirkt, der noch nie Ghostbusters gesehen hat, und einfach nur die Absurdität für sich wahrnimmt. Während der uniformierte Altfan solche Dinge vielleicht einfach zur Kenntnis nimmt oder sie erwartet und abhakt. Einen Moment lang würde ich gerne mit diesem 15jährigen tauschen. Gleichzeitig frage ich mich, wie all das als Fortsetzung aufgezogen werden kann, wenn sich alles 1:1 wiederholt. Es ist ein Reboot.

2425Schon sieht man Ecto-1, wie es aus dem China-Restaurant – dem neuen Hauptquartier – saust und durch die Straßen schnellt.

26Auftritt der vier Ghostbusters in voller Montur! „Let’s go!“, sagen Erin und Abby fast zeitgleich, und entschuldigen sich dann gegenseitig: „Oh, sorry. Wolltest Du?“ – „Nächstes mal darfst du!“ Während der Fan sich das ansieht und sich „Let’s go, Ghostbusters!“ denkt. Das war der Schlachtruf der „Filmation’s Ghostbusters“.

2728Action! Zunächst jagt das Ecto durch die Straßen der Nacht, und man kann über den gelbleuchtenden Eimer vorne sagen, was man will – das Ding hat was von „gewollt, aber nicht gekonnt“, und das ist toll: Da sitzen vier Eierköpfe drin, geniale Physiker, tolle Ingenieure, die überhaupt keine Ahnung von Design haben, und die schustern dann irgendwas zusammen, von dem sie denken, das hätte was. Daraus ergibt sich die Komik. Schon der alte Ecto-1 war komplett darauf ausgelegt, total Zirkuswagen-dämlich daherzukommen, aber da wir Kinder waren, haben wir ihn als cool wahrgenommen. Wir haben ihn gesehen wie Ray, das große Kind, und so wie die Damen hier jetzt ihr Auto cool finden, obwohl es völlig gaga aussieht. Oh, und der Trailer spielt jetzt knallige Sequenzen des Titelsongs ein, sehr Elektro-lastig. Modern.

Der nächste Shot zeigt die GBs vor einer Art Portal, das Geister spukt wie damals der zerstörte Verbannungscontainer, tatsächlich adaptiert Regisseur Feig die bekannte Haptik einfach nur ins HD-Zeitalter: Greller, aber genauso. Das wird nie deutlicher als in diesem folgenden kurzen Moment:

29Es ist SLIMER! Man sieht ihn nur kurz, aber er ist es! Und er sieht aus wie Slimer nun mal aussieht! Den alten Sony-Leaks zufolge sollte Slimer der Geist eines Gangsters werden, dem die Mädels Arme und Beine abschießen. Das hier aber ist viel besser! Der grüne Geist erinnert hier auch wieder mehr an seinen Auftritt im Urfilm und macht die starre Puppe in Ghostbusters II vergessen. Slimer ist hier nochmal ein Paradebeispiel für eines der Neo-Gespenster, das ebenso 1984 hätte herumfliegen können, ohne dass es dort als CGI irgendjemandem aufgefallen wäre – was auch daran liegt, dass der 84er-Slimer unglaublich fluide und gut getrickst, und dann clever in den Film eingesetzt wurde.

30„Jemand hat eine Maschine gebaut, die paranormale Aktivitäten verstärkt!“, heißt es. Dazu diese Aufnahme, in der die Mädchen gegen eine ganze Horde Geister antreten. Dies, der Slimer zuvor, und Dinge hier und da, immer wieder: Es schleicht sich das Gefühl ein, dass auch „The Real Ghostbusters“ starken Einfluß auf all das hier hatte.

31Wiig schaut sich nervös um und erschrickt! Aber es ist nur Holtzmann, puh. „Der Hut ist zuviel, oder? Ist es die Perücke, oder der Hut?“ Ich denke darüber nach, dass McKinnon am Ende wahrscheinlich die Venkman-Figur werden wird: Nicht im Sinne von charaktergleich (überhaupt scheinen das hier weniger Varianten der urigen Busters zu sein als vielmehr eigene Figuren mit ein paar Parallelen, zum Einfinden), sondern mehr als die erste Figur unter Vieren, die Beliebteste. Außerdem denke ich noch an die ähnliche Szene in der RGB-Folge „Die Menschenjäger“, das versteht sich von selbst.

3233Das Remix-Lied kickt wieder los, und ein riesenhafter, dürrer Geisterkerl läuft an den GBs vorbei. Darauf folgen ein paar energische Sequenzen, die an das Extreme Ghostbusters-Intro erinnern: Die Mädels rüsten sich, aus Erins Pack kommen Protonenpistolen, Jillian mag ihre Pistole sichtlich, und Abby trägt eine Art „Protonen-Boxhandschuh“, mit dem sie direkt auf die Geister draufhauen kann. Okay, das ist nun der Augenroll-Moment, der irgendwann kommen musste. Es kann nicht alles perfekt sein, aber am Ende des Tages will Mattel Spielzeug verkaufen und überhaupt, Stichwort Abby: Insgesamt wird Melissa McCarthy hier angenehm zurückhaltend und gelegentlich gar Ray-süß. Die Bedenken um ihre polternden Ex-Performances haben sich aufgelöst.

343536Doch jetzt. Strahlen, meine Damen und Herren!

37Ja, so müssen Protonenstrahlen aussehen, wenn sie nicht ganz genauso wie früher aussehen dürfen. Und irgendwie passt es auch gut zu dem, was sich da auf dem Rücken abspielt. Also, das rote Geleuchte. Ja, das ist eine schöne Aufnahme, insbesondere nach der bescheuerten eben, mit den Handschuhen.

38Auftritt Kevin (Chris Hemsworth), der eine Tür eintritt, während Abby im Off feststellt: „Die können den menschlichen Körper besetzen!“

3940Kaum festgestellt, passiert ihr das selbst: Aus einem Abguß springt eine Art schleimige Energiewolke in ihr Gesicht, bis sie schließlich grinst, Holtzmann am Kragen packt und aus dem Fenster werfen will. Als Patty das gerade noch verhindert, verdreht Abby ihren Kopf auf unmenschliche Weise – und so wie Ivan Reitman vor 30+ Jahren mit seiner über dem Bett schwebenden Sigourney Weaver zitiert Feig hier den „Exorzisten“ (bzw dessen „Richtlinien für die Inszenierung Besessener) – ein Doppelzitat. Im Gegensatz zu früheren Besessenen wie Weaver, Rick Moranis oder Peter McNicol und Aykroyd in Teil 2 damals, die allesamt auch etwas passend Bedrohliches mitschwingen hatten, wirkt McCarthy hier eher wie ein Uhu – bedrohlich dagegen ist…

4142Patty! Die ohrfeigt Abby, so dass der Geist erschrocken flieht. „Au, da wird eine Narbe bleiben!“, schreit Abby, aber Patty legt nochmal nach. Sicher ist sicher!

4344Das war’s dann! Das No-Ghost-Logo schießt ins Bild, gefolgt von der Ankündigung „Sommer“ (Wobei sich „Who you gonna call? Summer“ nicht hundertprozentig perfekt liest, aber warum nicht auch mal eine Jahreszeit anrufen. Und wenn, dann sowieso den Sommer).

Der Trailer ist nicht perfekt: Etwas mehr Zeit hätte man den Charakteren widmen können, etwas mehr Dialog-Schlagabtausch hätte sicher nicht geschadet. Dennoch, die Action braucht es, um den Film zu verkaufen und sie sieht gut aus. Visuell ist übergreifend nicht viel zu beanstanden: Feig hat das Bestmögliche gemacht, um dem populären Look aus Filmen und Serie treu zu bleiben, Selbiges aber gleichzeitig ins Hier und Jetzt geholt. Im nächsten Trailer noch mehr Gags und mehr von den Mädels! Sie sind einfach großartig und nicht, weil jetzt „Ghostbusters“ auf ihnen draufsteht, sondern weil sie es können.

Hier ist der Trailer:

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