UPDATE: Neue Comic-Reviews

ghostbusters-get-real-02-review-530x282In der ersten Ausgabe des Vierteilers „Get Real“ strandeten die „Real“ Ghostbusters nach dem Angriff des bösen Prodius im Universum der „Ghostbusters Prime“, sprich, der IDW-eigenen Interpretation der Filmfiguren. Das war schon allein wegen des Wiedersehens mit den Trickfilm-Busters ein Vergnügen, die heutzutage trotz neuerlich aufgeflammten, allgemeinen GB-Begeisterung leider nur noch zu einem Nischendasein in den Erinnerungen der 80er-Kids verdammt scheinen. Eigentlich ein Unding, sind sie doch wahrscheinlich mehr noch als die Filmfiguren mit dafür verantwortlich, welche Bedeutung die Welt der Geisterjäger für viele Fans hat. So gesehen ist diese kleine Miniserie von vornherein mit deutlich mehr Eisen im Feuer gestartet als alle anderen bisherigen Comic-Abenteuer aus IDWs Schmiede. Doch kann die Geschichte über das erste Heft hinaus den Fun-Faktor halten?

Prodius ist außer sich, denn die RGBs sind ihm entkommen, und er weiß genau, dass diese Typen nicht ungefährlich sind. Er will ihnen unbedingt zuvorkommen, doch das ist leichter gesagt als getan. Das Universum besteht nämlich aus unzähligen Dimensionen, und sie alle haben ihre Versionen der Geisterjäger. So landet der grimmige Gott zunächst ganz falsch in der Welt – Achtung, Spoiler – der Extreme Ghostbusters! Der Fehler ist schnell bemerkt und Prodius zieht weiter. Die Extremitäten nehmen nicht viel Platz in der Geschichte ein, doch es ist schnell klar, worauf Autor Burnham es hier abgesehen hat: Ähnlich wie bei dem animierten TV-Film „Turtles Forever“ (in dem alle möglichen Turtles-Varianten aufeinandertreffen) soll hier alles abgedeckt werden, was das Franchise in den letzten 30 Jahren geboren hat. So schickt Prodius einen Kundschafter aus, der für ihn die Dimensionen abgrast, und in einem herrlichen Riesenpanel begegnen wir den Ghostbusters aus Videospielen, Serien, absurden Animés und sogar den Filmation-Counterparts. Ein riesiges Fan-Goodie, das allerdings die Geschichte nicht ausbremst, indem es auf weitere Screentime für diese vielen Figuren verzichtet und sich dann wieder auf die beiden „Haupt-Teams“ konzentriert.

Die Story bleibt wie bei Burnham zu erwarten ähnlich dem Turtles-Crossover nur Mittel zum Zweck. Man fragt sich, ob und wie die vier Hefte bis zum Ende nur über die Ausgangsidee  bestehen können, doch hier zumindest gelingt es, das „Dilemma“ durch die schönen Interaktionen und wirklich witzigen Sprüchen zu überdecken. In einer Szene beispielsweise wollen sich die beiden Peter nach einem ulkigen Wortgefecht selbst verdreschen… Dabei gelingt es Burnham, die feinen Nuancen, die den Unterschied der Trick- und der Filmfiguren ausmachen, wiederzugeben. Illustrator Dapper Dan blüht ebenfalls auf. Er ist ja immer gut, aber hier toppt er sich nochmal selbst.

7 von 10 dimensionale Konfigurationen!

apr150364UPDATE: Ganz druckfrisch erschien jüngst auch das zweite, fette Hardcoverbuch „Mass Hysteria“, welches die komplette Volume 2 der fortlaufenden Serie enthält, inklusive aller Begleitgeschichten, einer Covergaleria und einem Vorwort von niemand anderem als Dan Aykroyd höchstselbst, der in wundervollstem Aykroyd-Autismus einleitet, als käme gleich eine Folge „PSI Factor“.

Die (zusammenhängenden) Geschichten spalten sich in drei Teile: Im ersten verschwinden die originalen Geisterjäger, woraufhin Janine mit den mittlerweile serienetablierten Figuren Kylie, Melanie und Ron ein eigenes Team improvisieren muss. Im zweiten Teil sind die alten Recken zurück und müssen es mit einer Bande wildgewordener, urbaner Legenden aufnehmen. Der dritte Teil erzählt, wie die Ghostbusters gegen die Göttin Tiamat antreten müssen. Während Autor Burnham vorher schon zeitweise schwächelt, aber dann doch immer wieder gut unterhält, verliert er sich im großen Schlachtenfinale in ideenlosem Zitieren. Diese Story sollte zum einen das Ende der Comics markieren, zum anderen das 30jährige Jubiläum der Helden. Burnham will also pompös draufhauen, indem er alles bemüht, das es jemals gab: Möglichst viele Figuren (sogar plötzlich Dana und Louis), variierte, bekannte Situationen, kolossale Götterschlachten, und alles noch zusätzlich gespikt mit Illustraor Dan Schoenings optischen Insidern. Das ist gnadenlos überfrachtet, dazu noch einfallslos, da für eigene Ideen überhaupt kein Platz mehr bleibt (und wenn sie kommen, treffen ausgerechnet sie nicht den Ton, siehe die Auflösung um Winston und seine Herzdame).

Schade, dass eine Serie, die so grandios gestartet ist und sich Ewigkeiten großartig halten konnte, so belanglos zu Ende gehen musste. Aber vielleicht kommt da ja noch was, schließlich ist für den Herbst die Fortsetzung der Serie angekündigt. Ein unbedingter Kauftipp ist dieses Buch trotzdem, schließlich sind zwei Drittel große Unterhaltung und überhaupt ist die optische, edle Aufmachung (im Stil einer Geisterfalle und mit Prägeeffekten) ein Hinggucker, der die Papp-Paperbacks und die Heftchen sowieso – locker an die Wand spielt.

7,5 von 10 Punkten!

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