Sony-Debakel: Datenklau verrät Ghostbusters-Pläne

Im November verübten Cyber-Kriminelle einen gigantischen Datenklau bei Sony-Columbia-TriStar Pictures. Nachdem die neue Komödie des Studios, „The Interview“, sich über den nordkoreanischen Diktator Kim-Jong Un lustig gemacht hat – ein Film, der in Nordkorea übrigens als „Akt des Terrorismus“ bezeichnet wurde, giltz der Sony-Hack gemunkelterweise als zerstörerischer Gegenschlag. Und zerstörerisch ist er.

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„The Interview“ – mit Seth Rogen und James Franco

Sony-Vorsitzende Amy Pascal sieht sich seit Tagen unter Dauerbeschuß: Über ein Terrabyte an Informationen wurde angeblich gestohlen, nun werden fast täglich Details veröffentlicht, die entweder noch streng geheim waren oder überhaupt nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Pascal musste sich für ein privates Gespräch per Mail entschuldigen, in dem sie problematische Witze über Präsident Obama machte. Nebenbeinote: So unangemessen solche Witze sein mögen, es ist beachtenswert, wie viel gewichtiger diese immer noch private Konversation gegenüber dem eigentlichen Verbrechen, dem Datenklau, gewertet wird. Das spricht für ein neues, fatales Bewusstsein: Selbst schuld, wer im internet zu viel von sich preisgibt. Wir sollten alle wieder sensibler werden mit unseren Daten.

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Amy Pascal

Doch was hat das mit Ghostbusters zu tun? Nun, im Zuge des Leaks gelangten auch zahlreiche Infos zum aktuellen Filmprojekt an die Öffentlichkeit. Gestern erst jagte eine Nachricht die andere, und angesichts der Menge gestohlener Daten ist es gut vorstellbar, dass mehr publik wird, während ich dies hier schreibe. Sicher werden es jedenfalls noch interessante Tage. Doch hier die heftigsten Erkenntnisse zu einem neuen Ghostbusters-Film im kurzen Abriß:

Toll!– Im Herbst 2013, als Paul Feig mit dem Mädels-Ghostbusters noch nicht beauftragt war und immer noch die alte Crew zurückkehren sollte, erwägten Pascal und ihre Anwälte, Bill Murray zu verklagen, sollte er noch einmal die Beteiligung am dritten Film ablehnen. Man wolle das aber unter jeden Umständen geheim halten, da Murray ein Publikumsliebling ist und man schlecht dastehen würde, käme es heraus. „Persönlich habe ich kein Problem mit einem aggressiven Vorgehen“, so hieß es wortwörtlich.

– Als Paul Feig offiziell als Regisseur des neuen Films genannt wurde, meldeten diverse Schauspielerinnen Interesse an: Jennifer Lawrence, Emma Stone… einen Kerl soll es auch geben (wahrscheinlich als Love Interest), und da fiel Ryan Goslings Name.

Tatum

Tatum

Parallel zu Feigs Film könnte ein Spin-Off entstehen: Im August meldete Channing Tatum eigeninitiativ Interesse bei Sony an, gemeinsam mit Chris Pratt (Guardians of the Galaxy) einen „Ghostbusters“ drehen zu wollen, der „richtig unheimlich“ und „episch“ sei, im Stil von „Batman Begins“. Es war nur ein Vorschlag Tatums, doch dieser wurde von Sony sehr interessiert zur Kenntnis genommen. Eventuell könnte dieser Film neben dem All-Female-Busters entstehen und im selben Universum spielen.

Peter Dinklage

Peter Dinklage

– Der bisher größte Leak ging gestern ins Detail, es handelte sich um die Geschichte von Paul Feigs Film. So soll der Bösewicht des Films ein verurteilter Mörder werden (Feig wünscht sich „Game of Thrones“-Darsteller Peter Dinklage), der auf dem elektrischen Stuhl zum Geist wird und die Kontrolle über andere Geister erhält, und zwar die der populärsten Verbrecher. Eine Gruppe von vier „sehr unterschiedlichen“ Frauen soll die Bedrohung dann stoppen, und zwar im Rahmen eines Films, der deutlich düsterer, unheimlicher (gleichzeitig aber lustig) ist und mit mehr Hi-Tech daherkommt als die alten Filme. Die Geisterjäger arbeiten für die Regierung, doch da die Bevölkerung die Existenz von Geistern anzweifelt, wird das immer runtergespielt. Die zuständige Beamtin (Feig möchte „Saturday Night Live“-Komödiantin Cecily Strong) zieht öffentlich immer über die Ghostbusters her, entschuldigt sich später aber regelmäßig bei ihnen.

Das war es erstmal – wie gesagt: Es ist zu erwarten, dass noch viel mehr ans Tageslicht kommt, und das sehr bald. Ich empfehle Euch, unseren Facebook-Feed rechts im Auge zu behalten. Derweil sieht es aber momentan so aus, als würde Amy Pascal ihren Job verlieren, was weitreichende Konsequenzen hätte – Denn Pascal ist die treibende Kraft hinter Feigs‘ Reboot, und neue Verantwortliche übernehmen üblicherweise die Projektideen stigmatisierter Vorgänger nicht. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass Feigs Film nicht mehr zustande kommt.

 

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