Besprechung: Ghostbusters Vol. 2 #20

Da ist es nun also, das Finale der Ghostbusters-Comicreihe. Gefühlt kommt’s einem so vor, als hätte IDW mit seinen Geisterjägern gerade erst losgelegt, doch tatsächlich startete die Reihe schon vor drei Jahren. Fünf, wenn man die Einzelcomics und Vierteiler davor noch mitzählt. In all dieser Zeit hat der tüchtige Verlag über 40 Hefte rausgehauen.

Die regelmäßige Serie startete bekanntlich mit viel Fan-Zuspruch und hielt sich eine Weile ordentlich. Ich könnte den zunehmenden Verfall und die gestiegene Ideenlosigkeit von Autor Erik Burnham beklagen, doch das dominierte schon die letzten Besprechungen. Die Frage ist: Gelingt es Burnham zumindest, die Serie würdig abzuschließen?

Die Antwort ist leider nein. In der letzten Ausgabe haben wir am Schluß gesehen, wie Winston sich opfert, um Göttin Tiamat von der irdischen Existenzebene zu verscheuchen. Doch da er das gern getan hat (der Mann ist so selbstlos!), akzeptiert Tiamat das Opfer nicht, schließlich muss es ja schmerzen… Sie will ihn also dazu bringen, ein anderes Opfer zu wählen, und dann wird er auch schon von seinen Freunden reanimiert.

Ohne Zeit zu verschwenden, springt er aufs Motorrad und sucht seine Ehefrau Tiyah auf, doch Tiamat wartet dort schon und (ACHTUNG, Spoiler!) entreißt ihr alle Erinnerung an die gemeinsame Zeit! Schlimmer noch: Als die Geisterjäger am Ort des Geschehens eintreffen, stellt sich heraus, dass sich niemand mehr an Winstons Lebensgefährtin erinnern kann. Ein herber Shock, der auch nicht mit ein paar Sprüchen von Venkman wettgemacht werden kann.

Das ist auch das größte Problem dieser Ausgabe: Ließ im letzten Heft die große Action-Sause zwischen Gozer und Tiamat keinen Raum für die GB-lebensnotwendige Komik, so frisst hier die große Tragödie alle Möglichkeit für beschwingte Heiterkeit. In der ersten Hefthälfte sind sie alle in Auffuhr und versuchen verzweifelt zu retten, was zu retten ist, später muß man Winston beim Heulen zusehen. Da hilft dann auch nicht das erneute romantische Arrangement, das Peter im Epilog für die beiden Ex-Geliebten einfädelt, und wenn Slimer auf den letzten Seiten wie im Film in die „Kamera“ fliegt, wirkt das eher verstörend, unterstreicht es doch, wie sehr sich die Kreativen hier beim Vergleich mit der großen Vorlage verhoben haben. Danach gibt es noch einige Seiten, die kurz die weiteren Schicksale der ganzen Nebendarsteller abhandeln.

Das war sie also, die erste große Comicserie nach The Real Ghostbusters aus den 1980er Jahren. Viel hatten wir uns versprochen, doch leider verkam alles am Ende in Beliebigkeit. Als nächstes treten IDWs Geisterjäger nun nochmal in vier Crossover-Heften gemeinsam mit den Turtles auf. Hoffen wir, dass sich die Lizenz dann schnell von dieser Serie erholt und beim nächsten mal bessere Autoren ans Werk gehen.

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