Mythologische und sozialkritische Einflüsse – Die B-Ebenen in Ghostbusters

Von Rain

Teil 1: Ghostbusters, die Offenbarung des Johannes und das Jahr 2012

Wir kennen die Szene aus Ghostbusters, in der Ray und Winston, in Ecto1 sitzend, über die geisterhaften Ereignisse des Films reden, während sie über die Manhattan Bridge nach Hause fahren, erschöpft nach einem harten Tag der Geisterjagd. Dabei kommt Ray eine Bibel-Passage in den Sinn, die ihm passend auf die derzeitige geisterhafte Ausnahme-Situation in New York erscheint. Es ist eine Stelle aus der Offenbarung des Johannes, die sich mit der Apokalypse, dem Ende der Welt, beschäftigt. Ray zitiert dabei Kapitel 6, Vers 12 (im Film wird in der deutschen und amerikanischen Dialog-Fassung fälschlicherweise Kapitel 7 genannt). Diese im Verhältnis der restlichen Komödie äußerst dunkle und bedächtige Szene ist für den Film sehr wichtig. Zum einen vertieft sie die beiden Charaktere Ray/Winston und beleuchtet ein wenig ihre persönlichen religiösen Ansichten – zum anderen stimmt sie mit ihrer Bedrohlichkeit voraus ahnend auf die kommenden Ereignisse im Film ein. Durch ihre Intimität und Thematik vermittelt die Szene dabei ein hohes Maß an Realismus und Ernsthaftigkeit, das Ebenen hinter einer bloßen Gag-Parade erkennen lässt. Eine Grundlage auf der gute Komödie am besten funktioniert. Die Szene bringt außerdem die Bedrohung um die Figuren Gozer und Shandor und die verschiedenen Spuk-Phänomene auf eine höhere Ebene, indem sie auf mythologische Hintergründe anspielt. Dem Zuschauer gibt das die zusätzliche Möglichkeit die Aussagen des Films zu hinterfragen und mit der Realität, bzw. der tatsächlichen Bibel-Botschaft in Verbindung zu bringen. Was erzählt die besagte Stelle in der Bibel und ist sie den Ereignissen im Film tatsächlich sehr ähnlich? Wie so oft in der Bibel ist die Sprache in der Johannes Offenbarung (das letzte Buch des neuen Testaments) schwer zu deuten. Ihre bildhaften Darstellungen können sehr offen interpretiert werden. Es geht um die bevorstehende Apokalypse und die Ereignisse, die diese einleiten. Es beginnt mit dem Öffnen der 7 Siegel, die die 4 Reiter der Apokalypse freisetzen – setzt sich fort mit den 7 Engeln, die, Posaune blasend, weitere schreckliche Dinge verbreiten und mit 7 Schalen verschiedene Seuchen über die Welt bringen – und endet schlussendlich mit dem ultimativen Kampf Jesus gegen den Antichristen im Tal des Armageddon, in dem Satan besiegt wird. Am Ende gibt es einige Auserwählte, die diese Ereignisse überleben werden. Harter Stoff – der aber auch, wie bereits erwähnt, in seiner bildhaften Darstellung viele Interpretationsmöglichkeiten offen lässt. Neben Satan höchst selbst, der am Ende als Drache in Erscheinung tritt, ist von den beiden Tieren/Biestern des Landes und des Meeres die Rede, die diese Wiederkunft einleiten und in der Bibel als Menschen dargestellt werden. Sie werden als irdische Diener mit sichtbarer Macht beschrieben, als falsche Propheten, die viele Anhänger durch Betrug und Verführung um sich schaaren. Kommt uns das bekannt vor? Wie wir später im Ghostbusters-Film erfahren, hat die dargestellte paranormale Bedrohung erst ihren Ursprung in Ritualen aus der Zeit um den ersten Weltkrieg in denen Ivo Shandor mit seiner Sekte und seinen vielen Anhängern das Ende der Welt einleitet. Dies würde gut auf obige Beschreibung passen. Er ist der Meinung, dass die Menschheit zu krank zum überleben sei – und ergreift, so gesehen, die Initiative um ein höheres Stadium der menschlichen Zivilisation einzuleiten, das er als angesehener Architekt und Arzt der Stadt mit aufwändigen Mitteln plant – etwa mit dem Bau eines New Yorker Hochhauses, das in der Lage ist geisterhafte Energien zu bündeln und daraus oben auf seinem tempel-ähnlichen Dach ein Verbindungs-Tor zu einer anderen Dimension entstehen zu lassen. Den zweiten irdischen Diener der Macht könnte der hochrangige Mitarbeiter des Umweltschutzamtes Walter Peck darstellen, der (unwissend oder gar wissend??) mit seinem ignoranten Befehl den Eindämmungscontainer in der Geisterjägerzentrale zu öffnen, direkten Einfluss auf die Verkettung der Ereignisse im Film ausübt. Denn dies ist das absolute Zeichen des Aufbruchs für die beiden Öffner des Dimensionstores. Die beiden Höllenhunde im Film, Zuul und Vinz, die die beiden Menschen Dana und Louis in Besitz nehmen, könnten übrigens zwei weitere Deutungsmöglichkeiten um die zwei „einleitenden Bestien“ aus der Bibel darstellen. Und das natürlich im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man ihr Aussehen betrachtet. Die sieben Siegel, die zu Beginn der Apokalypse geöffnet werden und die Reiter freilassen, die wiederum Zerstörung und Chaos verursachen – damit sind vielleicht, die geisterhaften Erscheinungen, bzw. die Aufträge der Geisterjäger selbst gemeint, die Ray und Co. ab dem Moment des Bibliothek-Spuks auf Trab halten, und die in der Auftrags-Montage in der Mitte des Films ihren Höhepunkt erreichen. Diese Meinung vertreten im Film jedenfalls nicht nur Ray und Winston, sondern auch der Vorstand der Kirche, der im Büro des Bürgermeisters zu den dort Anwesenden sowie dem Zuseher des Films spricht. Ganz schön tiefe Aussagen für eine Komödie! Eine weitere Idee wäre dann noch folgende… In der Bibel wird die zweite Bestie als aus dem Meer stammend beschrieben. Auch wenn im Film der große Zerstörer in Form des Marshmallow-Mannes Gozer selbst ist (also wohl eher der finale Drache/Satan höchst selbst) so war in der ursprünglichen Skript-Fassung des Films geplant, den pummeligen Seemann aus den Wellen des Hudson-Rivers entsteigen zu lassen. Aufgrund zu hoher Produktionskosten wurde diese Idee aber wieder verworfen. Schauen wir auf das Ende von Bibelschrift und Film, so wird Satan/Gozer besiegt durch Jesus/Geisterjäger. Ein Geisterjäger als Erlöser? Ein Fazit, das diesmal vielleicht etwas zu weit geht? Nicht unbedingt, denn zum einen sind sich Ray, Peter, Egon und Winston am Ende bewusst, dass der Sieg über das Böse ihr Lebensopfer fordern wird, wie sich laut Bibel auch Jesus-Christus für unsere Sünden opferte (ein Umstand dem die Geisterjäger dank dem Gesetz des Hollywood-Kinos natürlich dann doch noch getrickst entkommen können), und zum anderen stehen die Männer mit ihren selbstgebauten Protonenstrahlern hier auch als frei entscheidende und bestimmende Individuen, als Verkörperung des amerikanischen Traumes der Selbstverwirklichung, als Mensch selbst dar, dem das Göttliche innewohnt. Nach dem Sieg über das Böse sind die Geisterjäger mit dem Zuckerschaum des explodierten Marshmallow-Mannes bedeckt. Sie sind durch und durch weiß – sie sind heil, rein und auf eine göttlichere Ebene gehoben. Bis auf Venkman. Dieser darf aber immerhin als augenzwinkernder Ausgleich das grundlegende Konzept der göttlichen Liebe vertreten – er geht mit seiner Dana einen innigen Kuss ein. Sowohl dem Konzept der Liebe/Nächstenliebe, aus dem Gutes erst entsteht, als auch der Liebesgeschichte auf der A-Ebene des Films, gibt dies ein Crescendo. Die vielen Lichter und Explosionen im Finale auf dem Dach des Wolkenkratzers, der als Bühne der epischen Schlacht dient, runden das Bild der Bibel natürlich nur ab, das natürlich immer wieder von Feuern am Himmel spricht. Nicht zu vergessen auch das bibel-typische Erdbeben, das die Jungs verschluckt bevor sie das Hochhaus erklimmen. Auch wenn der Film ohne Wissen um seine biblischen Pendants verstanden werden kann – es macht Spaß, quasi von Ray eingeladen, diese Parallelen zu finden und es stärkt den Film um eine zusätzliche Betrachtungsebene. Und wie sieht es in der Realität aus? Sind Katastrophen, Apokalypse und Marshmallowmann direkt auf uns anwendbar? 2012 hat grade begonnen und es ranken sich bekannterweise viele Mythen, Drohungen und Voraussagen um dieses exakte Jahr, die ihren Ursprung meist im Kalender der uralten Zivilisation der Mayas finden. (Im Film sind es übrigens die Sumerer-Nachbarn, die im Film als Ursprungsort der eintreffenden Gottheiten genannt werden.) Aber auch irdischere Phänomene selbst, wie zB. wissenschaftlich untersuchte gefährliche Sonnenstürme, die Verschiebung des Erd-Magnetfelds oder mögliche Ausbrüche von existierenden Riesen-Vulkanen auf der Erde, könnten laut Experten für den „Weltuntergang“ verantwortlich sein und einen einleitenden Domino-Effekt darstellen. Wer es noch konkreter und realer haben möchte, der schlage die Zeitung auf und betrachte Naturkatastrophen (das Fazit aus Erd-Erwärmung/Verschmutzung) sowie den fortschreitenden Zusammenbruch von Wirtschaft, Welt-Bankwesen und Wertesystem des Menschen. Verschwörungstheorien ranken sich auch um Präsident Obama (sowie die amerikanische Regierung), der johannestechnisch das Sinnbild des vom Volk gewählten Machtmenschen/Bestie an der Spitze sein könnte. Sind wir etwa mittendrin in der Johannes-Offenbarung? Scheinbar rein phantastische Elemente aus Ghostbusters, wie der zerstörerische Marshmallow-Mann bleiben dabei nicht ohne Kommentar, wenn man das Wildern des fetten Maskottchens der zuckersüßen Werbewelt als Metapher für die menschliche Gier nach hohlem Konsum und die zerstörerische Wirkung von Medien und Werbung ansieht. Auch wenn im Film nach dem Spuk in der Küche die absurd-witzige Frage gestellt wird was ein Sumerer-Halbgott in Danas Kühlschrank zu suchen hat, so schlägt dies den doppelten Boden des Films um und unterstreicht einmal mehr die unmittelbare und direkte Symbiose zwischen uns und dem was wir selbst heraufbeschwören, sprich, welche Dinge wir uns in den Kühlschrank stellen. Alles scheint eben aktuell wie nie zuvor. Ein Zenit scheint erreicht. Ist die „menschliche Gemeinschaft“ tatsächlich „zu krank um zum Überleben“, um Shandor zu zitieren? Die Antwort kann jeder für sich selbst entscheiden. 😉 Ich persönlich bin kein Mensch der Religion. Ganz gleich um welchen Welt-Glauben es sich handelt, ich empfinde die Kirchen dieser Organisationen als vom Ursprungskonzept entfremdet, konzern-orientiert und selbstgefällig angepasst um dem Menschen mit Kitsch und Lüge Versprechungen zu geben um ihn, wie eben alle Konzerne und Machtmonopole, zu kontrollieren. Und dies oft mit mehr als fragwürdiger „Firmenphilosophie“. (Am wenigsten aber vielleicht noch in den fernöstlichen Religionen.) …Die Kirche selbst als die oben besprochene herrschende Bestie? Ich gehe aber immer gerne an den Anfang zurück, an eine Basis die allen Dingen als Ursprung dient – auf denen eben auch Elemente der christlichen Bibel beruhen, bevor sie durch menschliche Hand (unwissend und bewusst), sowie Übersetzungs- und Interpretations-Fehlern, entstellt wurden. Ich sehe einen „Schöpfer“ als notwendig an. Im Zweifel aber eher geniales Quantenphysik-Gesetz oder nicht-irdische Extravaganza-Intelligenz als strafende Großvater-Figur. Der Kern diverser Bibelaussagen kann mMn. dennoch beibehalten werden, da sie wahrhaftiger Grundsätze dienen und Allgemeingültigkeit besitzen. Vielleicht ist so gesehen ein Zusammenbruch von Dingen, die entstehen (Zivilisationen, die wachsen und vergehen, etc.) eben einfach nur rein logisch, denn alles wächst so lange bis es eben eingeht. Vielleicht ist der „Weltumbruch“ auch bloß rein symbolisch zu verstehen und stellt den Untergang des derzeitigen Niveaus des menschlichen Bewusstseins dar, der zugunsten eines neuen, verbesserten Weltbildes weicht. Wir müssen uns wohl noch ein wenig gedulden und abwarten… 😀 Rain, Januar 2012 PS. Am Ende noch ein kleiner Sprung zurück zu den vier Reitern der Apokalypse… Diese wurden übrigens auch als zentrale Bedrohung in der Serie The Real Ghostbusters, Folge „Das Geheimnis des Siegels“ aufgegriffen. Janine öffnet das Wachs-Siegel eines uralten Buches (in der Bibel sind es indes 7 Siegel/Bücher) aus einem fernen Kloster, worauf vier grässliche Geister-Reiter auf ihren Pferden befreit werden. Nach einem bibel-typischen Regen aus Fröschen und einer Reise um die Welt, gelingt es den Geisterjägern natürlich wieder den Tag zu retten und die apokalyptischen Reiter zu besiegen. Schönerweise hat Story-Editor J.M.Straczynski hier den Geist von Ghostbusters ganz besonders gut verstanden. Er und Aykroyd scheinen eine kleine Vorliebe für das Ende der Welt zu haben… – Online-Bibel zum nachlesen: http://www.bibleserver.com/text/LUT/Offenbarung6 ———————————————————————————

 Teil 2: Ghostbusters, die Kultur der Sumerer und das Jahr 2012

Im Film Ghostbusters treten die Geisterjäger gegen die paranormale Bedrohung an – Architekt Ivo Shandor ebnet die Pfade um das Erscheinen des sumerischen Gottes Gozer zu erreichen, der darauf New York mit seinen beiden göttlichen Untertanen Zuul und Vinz und einer davon angezogenen Geisterhorde heimsucht um die Menschen mit zerstörerischer Macht zu vernichten. Schaut man hinter die Mythologie der Geschichte, so treffen wir neben den Parallelen zur biblischen Offenbarung des Johannes (siehe GB-2012 – Teil 1), auf die uralte Kultur der Sumerer. Die Sumerer gelten als eine der ersten Zivilisationen der Menschheit. In Mesopotamien, auf dem westlichsten Teil des indischen Kontinents, begann vor 6.000 Jahren die Kultur der Sumerer (Land: Sumer) aus der später Babylon und die Ägypter im nahen Afrika hervorgingen. Auf dem westlichen Kontinent entwickelte sich etwas später getrennt von einander die Kultur der Maya mit ähnlicher Architektur und Götterglaube. Diese im Grunde noch primitiven Stämme erschienen quasi aus dem nichts – die Entwicklung des Homo Erectus zum Homos Sapiens geschah vorausgehend scheinbar plötzlich, nachdem der Affenmensch Millionen von Jahre damit verbracht hatte als einfacher Höhlenmensch eine eher träge Entwicklung zu durchlaufen. Umso erstaunlicher ist das unglaubliche Wissen, das diese alten Kulturen besaßen. Die Sumerer beherrschten den Anbau von Nahrungsmitteln, schufen soziale Einrichtungen, und waren Großmeister in Bereichen der Astronomie, Geometrie und Mathematik. Die pyramidenartigen Tempel sind Stätten höchstentwickelter Architektur, faszinierender Zahlenberechnung und verschlüsselten Darstellungen des Himmel- und Sonnensystems, in denen ganze Planetenkonstellationen präzise verzeichnet sind, die zT. von der modernen Wissenschaft erst im letzten Jahrhundert entdeckt wurden. Die sich daraus ergebenen zyklischen Kalender dieser Ur-Völker üben grade heute eine große Faszination auf uns aus. Woher kamen das plötzliche Wissen und das fortschrittliche Handwerk? Stöbert man in den alten Aufzeichnungen und Relikten ergeben sich faszinierende Möglichkeiten. Die Sumerer verehrten ihre Götter, mehr als 100 an der Zahl. Die Ur-Götter Nammu, Uras und An bilden den schöpferischen Anfang, ihren Abkömmlingen werden verschiedene Bereiche zugeordnet, wie zB. Kriege oder Städte. Der Gilgamesh-Epos gilt als eine der ersten Geschichten der Menschheit. Es ist von Göttern, die aus dem Himmel kamen, die Rede, von menschlichen Halb-Göttern, Riesen, von großen Flut- und Feuer-Katastrophen, von fernen Orten, fliegenden Tieren/Transportmitteln und Unsterblichkeit. Die Sagen der Griechen und Römer schöpfen aus diesen Quellen. Und auch in der Bibel finden sich viele der Darstellungen in abgewandelter Form wieder; Ähnlichkeiten zur Geschichte von Adam & Eva, der großen Sintflut, und den Göttern (die Bibel macht sie zu einem Gott), die immer wieder mit Rauch und Getöse herunter steigen und zu den Menschen sprechen, sind offensichtlich. All diese Schriften und Relikte bedienen sich aus uraltem universellem Wissen. Es scheint als haben diese Götter den Menschen aktiv mitgeprägt. Wer waren diese Götter? Mit dem Gedanken an Phantasiegeschichten oder Naturverehrungen kommt man nicht weiter – dafür sind die Geschichten zu verwurzelt (auch bei anderen Völkern, wie eben den Mayas) und die übrig gebliebenen Relikte zu punktgenau. Sind reale Existenzen aus außerweltlichen Bereichen oder parallel stattfindenden Dimensionen für diese Ur-Kulturen verantwortlich? Unter dem Begriff der Prä-Astronautik öffnet sich die Wissenschaft heute mehr und mehr diesem Ansatz, der rigoros gegen selbstgefälliges und doch lückenhaftes Schulwissen verstößt. Ganz gleich ob nun Außerirdische oder andere Existenzen, die Götter waren reale, körperliche Gestalten. Ein großer Vordenker in diesem Bereich ist natürlich Erich Von Däniken. Einige kluge Köpfe lassen übrigens die Möglichkeit nicht aus, dass die Götter nicht nur die damalige menschliche Kultur geprägt haben, sondern auch gleich für die Erschaffung des Menschen selbst verantwortlich sind: Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild. Vom Affenmensch zum Wesen mit Potenzial durch Gottes Gene. Zurück zum urbanen Setting des neuzeitlichen New Yorks im Ghostbusters-Film… Steinerne Wasserspeier und erhabene Statuen kündigen bereits zu Anfang des Films eine mystische, uralte und schlummernde Präsenz an, die die Zeiten überdauert hat und auf ihre Rückkehr wartet. Wir erfahren, dass in Zeiten des ersten Weltkriegs Architekt und Arzt Ivo Shandor die Menschheit für zu krank zum Überleben hielt. Er benutzte seinen Einfluss um ein spezielles Hochhaus in New York zu errichten, das durch seine ungewöhnliche Bauart als Magnet und Antenne für energetische Geisterkräfte diente. Hoch oben auf dem Gebäude führte er mit seinen zahlreichen Kult-Anhängern bizarre Rituale für den Wiedereintritt des sumerischen Gottes Gozer in unsere Welt durch. (Im aktuellen Ghostbusters-Videospiel erfahren wir übrigens mehr über Shandors Masterpläne, die sich passend in den Film-Kanon einfügen.) Im Film war Gozer ein hoher Gott, der von den Sumerern und den Hethitern verehrt wurde. In unterschiedlichen Formen seiner Existenz fiel er über ganze (und ferne) Kulturen her und vernichtete ihre Völker. In der Gegenwart machen Dana und Louis, zwei Bewohner des Shandor-Hauses, Bekanntschaft mit den hundeartigen Halbgott-Untertanen Gozers, Zuul und Vinz, die Besitz von den beiden Menschen ergreifen und auf das große unbekannte Zeichen warten um oben auf dem Dach ihre rituelle Vereinigung von „Schlüsselmeister“ und „Torwächter“ zu vollziehen. Als das geheime Zeichen wird die Explosion des Gespenster-Eindämmungscontainers der Geisterjäger gedeutet, die alle gefangenen Spukphänomene wieder befreit, das alte Shandor-Gebäude mit ausreichend geisterhafter Energie versorgt und die Wiederkunft Gozers mit Schrecken und Massenpanik unter den Einwohnern der Stadt perfekt macht. So kommt es oben auf dem Dach des Gebäudes, vor einer riesigen Kultstätte mit Tempel und Zeremonienplatz, zur Begegnung der Geisterjäger mit dem Gott Gozer. In Form einer menschlichen Frau, mit bizarrer Kleidung und roten Augen tritt er/sie aus einem Dimensionsraum innerhalb der Tempeleinrichtung und begrüßt zunächst Zuul und Vinz, seine geliebten Günstlinge. Die Geisterjäger erblicken Nebel, Licht und eine außerweltliche Pyramide im inneren der fremden Dimension. Gozer stellt sich als der Reisende vor, der gekommen ist um zu zerstören. Ray wählt die Form Gozers, in der er über die Stadt herfallen wird; es ist der Marshmallow-Mann, eine weiße, dicke Seemannsfigur aus dem Werbefernsehen. Die Geisterjäger machen sich bereit ihre Protonenstrahlen zu kreuzen. Es ist die einzige Möglichkeit die Bedrohung zu stoppen. So gelingt es den Männern eine riesige Explosion herbei zu führen, die die Geisterenergie wieder in die fremde Dimension befördert und den Seemann in eine zähe Masse Marshmallow-Schaum verwandelt, die sich über die Straßen ergießt. Alles ist danach weiß und friedlich. Sogar Dana und Louis haben in den zu Stein gewordenen Hüllen der Terror-Hunde überlebt. Die Geisterjäger werden gefeiert. Sie sind Helden, Weltenretter und Götterbezwinger. Gott Gozer bleibt eine Phantasie-Figur. Er und seine Halbgott-Gefolgschaft haben in den sumerischen Überlieferungen nicht existiert. Sein Auftritt schaut indes etwas vertrauter aus – Reliefs und Pyramiden in den Tempelbauten erinnern an die sumerische und ägyptische Kultur. Seine Mythologie greift außerdem Elemente der antiken Göttergeschichten auf. So ist in diesen immer wieder von den zornigen Göttern die Rede, die vom Himmel fahren (oder je nach Deutung eben aus dem Weltraum oder anderen Dimensionen) und ganze Landstriche bis hin zur gesamten Menschenschöpfung selbst zerstören. Man denke an die biblische Sintflut, oder die Zerstörung der Städte Sodom und Gomorrha, bei denen angeblich nur eine kleine Anzahl Ausgewählter überlebt hat. Die Wucht der Zerstörungen erinnert dabei an den Gebrauch atomarer Waffen… Ein strafender Gott fällt also in einer Vernichter-Form über die Menschen hernieder, weil sie zu krank zum Überleben sind. Hat Shandor etwa nur die Bibel studiert? In allen Schriften ist außerdem die Rede davon, dass die verschwundenen Götter in fernen Zeiten zurückkehren werden. Dieser Wiederkunft-Gedanke ist uralt und universell. In den Chilam Balam Schriften der Mayas ist zB. geschrieben; …“und wenn sie wieder vom Himmel steigen, werden sie neu ordnen, was sie einst schufen.“ Indische Mythologien reden speziell von zyklischen Zeitaltern, die unsere Erde durchläuft. Danach befinden wir uns nun im Kali-Yuga, dem dunkelsten Zeitalter in dem die bösen Mächte den höchsten Einfluss auf die Erde haben, und das in Zukunft enden wird um in das nächste heilvolleren Zeitalter über zu gehen. („Kali-Yuga“ – ein Wort, dass Dan Aykroyd übrigens auch in seiner kurzen Synopsis zum geplanten dritten Ghostbusters-Film gebraucht…) Parallelen zu diesen umfassenden Weltvernichtungen finden sich natürlich auch in der düsteren Offenbarung des Johannes, die im ersten Teil beschrieben wurde. Bleiben wir noch einen Moment bei den Mayas, den späteren Nachbarn der Sumerer auf dem westlichen Kontinent (ab ca. 1.500 v.Chr.). Eine kleine GB-bezogene Kuriosität findet sich in ihrer Sprache. Denn für das Wort „Hund“ gibt es bei den Mayas zwei Bezeichnungen; das eine ist „Tsul“ und das andere ist „Pek“. Ist es Zufall, dass diese Bezeichnungen stark an den hundeähnlichen „Zuul“ im Film, sowie an „Peck“ von der Umweltbehörde erinnern, der seinen Beitrag zur Geschichte leistet und die gefangenen Geister befreit? Von den Hethitern (die aus den Sumerern hervorgingen) ist indes überliefert, dass sie den Stier angebetet haben. Auch der Stier erinnert visuell stark an das Aussehen der beiden Terrorhunde im Film. Und die Sumerer sprechen zudem von speziell gezüchteten „Tempelwesen“… Am Ende des Films vergleicht Ray die Ereignisse mit der großen Explosion auf der sibirischen Tunguska Waldfläche, die sich 1908 zugetragen hat. Ray spricht zwar versehentlich vom Jahr 1909 (was wir dem gestressten Wissenschaftler natürlich nicht nachtragen), doch mit seiner Annahme, dass es sich auch damals um eine plötzliche Öffnung zwischen den Welten handelte, damit steht er nicht alleine dar. Wissenschaftler schließen keine Möglichkeit aus, nachdem Indizien für den Eintritt eines Meteoriten mehr und mehr widerlegt werden. Das Rätsel bleibt offen. Ein kleiner Vorgeschmack von Gozers Zerstörungskraft aus Zeiten in denen Shandors gefährliche Praktiken begannen? 😉 Auch diesmal wieder ein Sprung zu The Real Ghostbusters. Was erfahren wir in der Geisterjäger-Serie über die alten Kulturen? Und beherrscht Egon vielleicht zufällig die Uralt-Sprache der Sumerer? Klar kann er die! Und zwar im Schlaf, unter Wasser und mit verbundenen Augen, wie der Wissenschaftler in der Folge „Das Tor zur Unterwelt“ mit dem Blick auf eine uralte sumerische Bodentafel kühl klar stellt. Die geometrischen, grotesken Schriftzeichen auf der Tafel, die auf das Konto der Storyboard-Künstler der Serie gehen, sehen der sumerischen Keilschrift übrigens tatsächlich sehr ähnlich. Ganz im Geiste des GB-Films gibt es in der Top-Folge „Tummel und das Jenseits“ einen exzentrischen alten Milliardär, der sein Vermögen mit ins Jenseits nehmen will. Dies erreicht er in der obersten Etage seines Wolkenkratzers mittels einer riesigen Maschine, die wie eine technisierte ägyptische Pyramide anmutet. Nach dem abenteuerlichen Erklimmen der Geisterjäger des Hauses, das derweil zu einem stilgerechten Spukhaus geworden ist, weil Geister aus dem Jenseits durch das neue Tor in unsere Dimension gelangt sind, ist Egon höchst beeindruckt von den Apparaturen des Milliardärs. Er sagt, dass Tummels Vorhaben sehr den Methodiken der alten Ägypter ähnelt. Die ägyptische Kultur ist eine direkte Weiterentwicklung der sumerischen. Über die Pyramiden sagt man, dass diese höchstentwickelte Stätten ungeheuren Wissens über Astronomie, heilige Geometrie und Zahlensymbolismus seien. Weltoffene Wissenschaftler vermuten hinter ihren exakten Raum-Flächen tatsächlich antike Pforten zu höheren Orten und Bewusstseins-Ebenen der Götter. Und selbst engstirnige Wissenschaftler dürften zugeben, dass der Bau der Pyramiden aus riesigen, exakt geschliffenen und zentrierten Steinen von außerhalb der Region mit damaligem Verstand und primitivem Werkzeug unmöglich zu bewältigen erscheint. In der Folge „Der babylonische Superman“ treffen wir indes auf Marduk, den babylonischen Gott der Stadt, der sich neuerdings New York ausgesucht hat um dort als Beschützer der Menschen zu dienen. Dumm nur, dass Marduk nicht ohne seinen bösen Gegenspieler Tiamat existieren kann, einem fünfköpfigen Drachen, der es sich im Central Park gemütlich macht. Die Geisterjäger kämpfen gegen Tiamat und besiegen ihn. Da die beiden Götter nur durch Ectosymbiose existieren verschwindet scheinbar auch Marduk… Die ansonsten leider eher mittelmäßige Episode greift hier zwei alte Göttergestalten des alten Babylons auf, deren Mythologie von den Sumerern übernommen wurde. Marduk war der Nationalgott der Babylonier, „Sohn des reinen Hügels“ und ein direkter Abkömmling des Hauptgottes Anuk. Die Interpretationen sind komplex und reichen bis zu Darstellungen ganzer Planten. So wird unsere Erde auch als Überbleibsel des Planeten Tiamat beschrieben, den der Planet Marduk zerstört hat. In der letzten Staffel (bis zu der die Serie leider jede inhaltliche und visuelle Qualität verlor) gibt es die Folge „Der Schatz von Sierra Tamale“. Die Geisterjäger reisen nach Mexiko und treffen in einem pyramidenartigen Tempel auf Quetzalcoatl, der mystischen fliegenden Schlange der Azteken. Neben den Azteken verehrten auch zuvor die Mayas den Gott Kukulkan, der aus einem fernen Land kam und die Menschen in Wissenschaften und Gesetzen unterwies. Als Quetzalcoatl wird er als gefiederte fliegende Schlange dargestellt. Und er verkündete, dass er einst wieder von den Sternen zurückkehren wird… Die Bezüge zu sumerischen Mythen, Maya-Kulturen und phantastischem Götterkult sind also elementare Teile des Ghostbusters-Universums. Sie spannen den Bogen von unserer modernen, rastlosen Zeit bis zu antiken ersten Geschichten der Menschheit. Diese Idee gibt Ghostbusters nicht nur einen reellen Boden, sie ist natürlich auch ein großer Aspekt des Humors und des Phantastischen im Film. Man stelle sich eine Gottesmacht vor, die in der Gestalt eines speckigen Werbemaskottchens über die Menschheit hereinfällt. Vielleicht ist’s aber wenig abwegig wenn man bedenkt wie sehr unser individueller Geist von Medien und TV-Gerät geprägt ist. Was früher der Götterkult war, ist heute die beglückende aber leere Welt der Medien für den Menschen geworden, die uns kontrolliert und am Ende buchstäblich zerstört. Beißende Sozialkritik. Auch diese ist elementarer Teil von Ghostbusters. Im Angesicht eines früheren Menschen dürfte der vernetzte Mann von heute, der durch Land/Wasser/Luft reisen kann und die Bausteine des Lebens wie Atome und Genetik längst entschlüsselt hat, wie ein Gott erscheinen. Haben wir unsere Ursprünge eingeholt? Die Geisterjäger erschaffen mit ihrer Ausrüstung, den Protonenstrahlern, menschliche Technik mit der sie eine Hoch-Macht bezwingen. Vielleicht wäre ein „JA“ als Rays Antwort auf die Frage Gozers, ob er ein Gott ist, die richtigere (und für die Geisterjäger bequemere) Erwiderung gewesen. Und was ist der nächste Schritt nachdem wir selbst zu den Allmächtigen wurden? Vielleicht erfahren wir 2012 die Antwort. 😉 Rain, Februar 2012

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