Review: Ghostbusters Monthly Vol. 2 #17

Nun ist die Katze aus dem Sack: IDWs tolle Comicreihe endet mit Heft Nr. 20 im September. Drei Jahre lief die Serie durchgehend, bringt es am Ende auf 38 Ausgaben. Die Nachricht war ein kleiner Schock, denn neben der Geldmelkerei um die immergleichen Collectibles (Stay Puft, Slimer, Ecto-1) war die Reihe das einzige Produkt, das dem Geisterjäger-Kosmos etwas neues, Substanzielles hinzufügen konnte: Geschichten.

GB hat sich immer über die Charaktere, über den Humor, das Miteinanderüber Inhalt – definiert, und wenn man als Fan so viel Zeit mit diesen Burschen verbracht hat, dann fragt man sich unweigerlich: Wie geht oder ging es weiter mit ihnen? Da das Angebot weiterführender, offizieller Erzählung dünn war (mir fällt nur das Game und ein Roman von vor 10 Jahren ein), war die Comicserie Gold wert, und auch wenn das Kreativteam um Erik Burnham und Dapper Dan Schoening (gerade auch in letzter Zeit) etwas nachgelassen hat – angesichts der vielen Dinge, die goldrichtig gelaufen sind, ist es ein schwerer Abschied.

Ausgabe 17 setzt direkt nach dem Scheinsieg über Gozers Schwester Tiamat an. Ist sie wirklich besiegt? Sicher ist sich da niemand, doch zum Verschnaufen bleibt keine Zeit. Ray, Peter und all die Newbies brechen zu einer nahe gelegenen Insel auf, auf der es vor Geistererscheinungen nur so wimmelt. Dort angekommen, erwarten sie allerlei längst überwältigt Geglaubte: Die Scoleri Brothers, dann auch noch Vigo, der ganz schlechte Laune hat. Was bedeutet das? Und warum versackt Ray ständig in Tagträume, in denen Gozer zu ihm spricht (mal als Slavitza Jovan, dann als Paul Reubens, der ursprünglich für die Rolle vorgesehen war – der übliche Hardcore-Fanservice eben).

Egon und Kylie untersuchen im Labor derweil die Opfer Tiamats, einmal mehr Louis und Dana. Ihr Verdacht, dass die besitzergreifenden Geister noch immer irgendwo tief in ihnen stecken, erweist sich als richtig, und schließlich geht dieses Heft dann auch schon wieder zu Ende.

Gozer, Dana, Louis, neue und alte Geisterjäger, Scoleri, Vigo! Was im letzten Monat noch als gewollte, aber nicht gekonnte Überdosis aller irgendwo irgendwie jemals zuvor etablierten Figuren und Elemente wirkte, gewinnt nun durch die Ankündigung des Serienfinales. Hier wird nicht  nur das 30jährige gefeiert, dies ist auch das furiose Finale der Serie! Das macht großzügiger in der Beurteilung, denn Burnham will sich offenbar nur mit einem großen Knall verabschieden. In diesem Heft knallt es richtig, spektakulär einerseits (durch die Auftritte sämtlicher bekannter Gegner, die dazu noch in voller Zerstörungslaune sind), tonal andererseits, denn es bleibt auch wieder Zeit für die unverzichtbaren humoristischen Kaspereien, das Abenteuer ist an dieser Stelle einfach lustig und unterhaltsam, wenn auch nicht so vielschichtig wie die großen Filmvorbilder, aber das erwartet auch keiner.

Schade: All die sorgsam und sehr langsam eingeführten, neuen Charaktere sind erst jetzt richtig aufgestellt, um nun quasi loszulegen und Fuß zu fassen. Und nun soll es schon wieder zu Ende sein? Das fühlt sich an, als sei nun endlich ein riesenhaftes Lego-Set zusammengepuzzelt, mit dem nun keiner mehr spielen darf. Man stellt sich lauter Seifenopern-Fragen: Was wird wohl aus dem lockeren Miteinander von Ray und Jenny? Wie geht’s weiter mit Winstons Ehe? Wo steht die Dreiecksbeziehung Egon / Janine / Roger? Es bleibt zu hoffen, dass Burnham und Co. einige dieser Fragen noch befriedigend zu Ende bringen können. Bis dahin ist #17 ein schneller Lesespaß (der allerdings nicht für sich selbst steht).

 

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