Folge im Fokus: „Das alte Film-Monster“

(RGB Episode 10, Staffel 1 – „Take Two“, Autor: J.M. Straczynski)

Von Rain

Die legendären Geisterjäger werden als Berater nach Hollywood geladen: Ihre Lebensgeschichte soll verfilmt werden. Durch den großen Trubel am Set wird jedoch ein altes Gespenst aufgeweckt, das in ein Roboter-Filmrequisit schlüpft und die Studios auf der Suche nach Ruhe durchstreift – dabei jedoch alles zerstört. Zu allem Überfluss müssen die Geisterjäger das Film-Monster ohne ihre Protonenwaffen besiegen – denn die wurden wegen der Sicherheitsvorkehrungen am Set fort gebracht.

Die neue Rubrik „Folge im Fokus“ beginnt mit einer ganz besonderen Real Ghostbusters Episode: Meiner allerersten! 🙂 In den späten 80ern lief die Serie grade in ihrer Erstausstrahlung Freitags-Mittags auf Sat1 an. Ich war 8. Die Toys kannte ich bereits aus dem Spielzeugladen. Dort machten sie mich bereits mächtig an mit ihrem originellen Konzept der Jagd auf Gespenster und dem coolen Logo… Würde die Serie halten was die Actionfiguren versprachen? Um es kurz zu machen; die RGBs haben mich natürlich ab der ersten Sekunde begeistert – und tun es immer noch. „Das alte Film-Monster“ war diesbezüglich ein guter Einstieg, da die Folge viele clevere Elemente besitzt, die RGB über ihrer damaligen Trick-Konkurrenz platzierten. Konkret wäre hier zB. natürlich der witzige Umgang mit dem realen Ghostbusters-Film von 1984 zu nennen, der als Ergebnis der Dreharbeiten am Ende der Folge Premiere feiert. Die Cartoonfiguren sitzen also im Kino und schauen sich reale Ausschnitte des Spielfilms an. Peters trockener Kommentar zum Murray-Venkman: Der hat überhaupt keine Ähnlichkeit mit mir.
Ganz im Sinne des Spielfilms kommt übrigens auch der „Bösewicht“ der Folge daher. Dieser ist nicht etwa das Film-Monster (bzw. der ruhesuchende Geist) sondern der dicke, namenlose Regisseur des Scifi-Films, der mit seinen Wutanfällen und Respektlosigkeiten das Unheil erst herauf beschwört. Sprich, ruhende Geister weckt und aggressiv macht. Dies erinnert an Peck im GB-Film. In beiden Fällen kommt Peter übrigens so gar nicht mit diesen selbsternannten Autoritätspersonen klar. Wo Peter im Film noch mit trockenem Humor kontert, darf er ausgerechnet in der Cartoon-Episode zurückschreien und sogar zuschlagen.

Vom GB-Spielfilm hatte ich damals als Kind übrigens noch keine Ahnung (das kam erst später als Geheimtipp auf dem Schulhof) – so entging mir zwar die Meta-Ebene der Folge, die auf den Film anspielt, aber natürlich hat die Episode noch mehr tolles zu bieten. Die gute Animation, die tolle Hintergrundmusik, oder der Schreibstil von Erfolgs-Autor J.M. Straczynski wären natürlich zu nennen – und werden sicher bei späteren Folgen des Tages noch Thema sein. Aber auch Dinge wie der Umgang mit Slimer sind toll gelöst. Zu damaligen Zeiten kam keine Zeichentrickserie ohne Mini-Maskottchen aus, das die Hauptfiguren begleitet und für die auflockernde Komik sorgt. Meistens allerdings auf eher nervig-überflüssige Weise. Für diesen Zweck bot sich die damals noch namenlose „fliegende Kartoffel“ aus dem GB-Spielfilm an, die für die RGB-Serie die Seiten wechselt, sich den Geisterjägern anschließt und von Ray den Namen Slimer bekommt (zu sehen übrigens in der Folge „Die Vier wie wir“). Kunststück der Serien-Macher ist allerdings, dass sie die Figur nie besonders in den Vordergrund setzen. Natürlich gibt es dann und wann witzige Momente mit Slimer – schließlich ist die Serie in erster Linie für Kids gemacht – die meiste Zeit agiert er allerdings eher beiläufig und ohne großen Selbstzweck. So wird er in „Film-Monster“ eher zufällig mit nach Hollywood genommen und irrt allein durch die Produktionsräume. Eigentlich wird er nur von Ray beachtet.
Die erwachsenere Staffel 2 der Serie kommt übrigens sogar oft komplett ohne Slimer aus. In den späteren Staffeln wurde dieses Konzept dann leider verworfen um mehr Kinder zu erreichen. Slimer kann plötzlich ganze Sätze sprechen, tritt mit seinem Slapstick ständig in den Vordergrund und bekommt sogar seine eigene Tom&Jerry-artige Cartoon-Serie.

Am Set des Feuerwehrhauses in Hollywood wird den Geisterjägern das Drehbuch zum Ghostbusters-Film vorgelegt. Ein Klotz. Winstons nüchternen Kommentar zu den Darstellern ihrer Personen: „Murray, Aykroyd und Ramis… Klingt wie ne Anwalts-Kanzlei.“ – Einer der besten Gags der gesamten Serie.

PKE-Punktewertung: 8/10

 

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