Comic-Review: GB#15

Frisch und heute erschienen: Heft 15 der Ongoing Comicserie, und Mass Hysteria geht in die dritte Runde.

Wie immer Spoileralarm: Louis kommt zurück in den Big Apple, aus dem er vor einiger Zeit geflüchtet ist (nach seinen diversen Erlebnissen in den Filmen). Sein Cousin Sherman, den es auch schon im zweiten Film gab und da von Eugene Levi, dem peinlichen Vater aus „American Pie“, gespielt wurde (diese Szene wurde rausgeschnitten, wundert Euch also nicht) holt ihn vom Flughafen ab und erfährt, dass Louis zuletzt von allerlei seltsamen Träumen heimgesucht wurde, die ihn zur Rückkehr bewogen.

Währenddessen wird Dana wieder mal besessen, Tiamats Diener bemächtigt sich ihres Körpers, und zwar einfach nur so aus Spaß, weil das seinerzeit schon ihr Bruder Gozer gemacht hat. Diese Götter mögen mächtig sein, doch sehr kreativ sind sie scheinbar nicht gerade… In der Zwischenzeit dreht New York am Rad, denn es regnet immer öfter Blut, und Peck macht den GBs die Hölle heiß. Kylie, Eduardo und Melnanie stellen Nachforschungen an, dann plötzlich bekommt Peter einen Hilfe(an)ruf von Dana, und macht sich sogleich mit dem Motorrad auf, um sie zu retten.

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Es dauert nur einige Momente, dann kommt das gesamte Team zusammen: Ray, Peter, Egon, Winston, die „New GBs“, Janine, Ron, der Rookie… und die besessenen Dana und Louis erwarten sie schon.

Die Geschichte legt ein irres Tempo vor, und man ist hin- und hergerissen zwischen Neugierde (schließlich ist auch dieses Heftchen wieder nur ein kleines Häppchen) und milder Enttäuschung: Dana wieder besessen – sogar die Art und Weise, wie sich das vollzieht, erinnert an den Film. Die beliebtesten Figuren des ganzen Franchises sind dabei, bekommen aber alle genau deshalb jeweils nur in Ansätzen Screentime. Die Kreativen Burnham und Schoening kennen die Welt, für die sie auftragsarbeiten. Tiamat an sich ist das beste Beispiel. Allein die Wahl, sie zur Antagonistin zu erklären, zeugt von brachialem Insiderwissen, denn bereits im Videospiel von vor 5 Jahren hat man in einem Museumslevel erfahren (wenn man irgendwo auf irgendeinen Schalter gedrückt hat), dass Gozer und Tiamat Geschwister waren und sich nie leiden konnten. Als mythologisch verbürgte babylonische Göttin des Chaos bietet sie sich gleich doppelt an, denn die GB-Geister waren schon immer visualisierter Ausdruck des Chaos der Welt.

Sicher, Ortiz scheint ganz bei der Sache, doch wir wissen alle, dass sie im Grunde nur den Autor dieses Satzes im Kopf hat.

Doch das geniale Know-How früherer Autoren fehlt, so fühlt sich das alles – ironischerweise auch gerade wegen der gut gemeinten, massiven Fan-Insider und dem Kopieren bekannter Szenen (die sicher eher als liebevolle Hommage angedacht sind) wie Fan-Fiction an, weniger wie etwas Offizielles. Die Aufgabe wäre aber vielmehr, eher etwas ganz neues, eigenes zu bringen, das sich immer noch wie GB anfühlt, als etwas, das sich wie GB anfühlt, weil es wiederholt und bestenfalls variiert.

So bleibt man natürlich noch immer gespannt, denn allein das Zusammentreffen dieser Masse an tollen Figuren schürt Erwartungen. Ob sich Burnham und Co im weiteren Verlauf damit einen Gefallen tun, bleibt abzuwarten. Wir sprechen uns in einem Monat!

 

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