Zum Tod von Harold Ramis

Dr. Egon Spengler ist tot. Die Nachricht von Harold Ramis‘ Ableben erwischte mich vor einigen Stunden, nun macht sich ein seltsames Gefühl in mir breit.

Ramis ist heute, Montag, dem 24. Februar 2014 nach längerer Krankheit in seinem Haus an einer Immunschwäche gestorben, er wurde 69 Jahre alt. Er war mitverantwortlich für die größten Komödien der Filmgeschichte, auf sein Konto gehen Kultfilme wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“, „Ich glaub, mich knutscht ein Elch“, „Die schrillen Vier auf Achse“, „Reine Nervensache“ und viele weitere Knaller. Als Drehbuchautor, Geisterjäger-Mitschöpfer und in seiner Rolle des Egon ist er zu einer Kultfigur geworden.

„Im Leben muß man die Entscheidung treffen, daß entweder man selbst, oder die Welt verrückt ist. Wenn man – wie ich – die Entscheidung getroffen hat, dass die Welt verrückt ist, kommt einem alles nur noch unheimlich absurd und komisch vor“, sagte er einmal. Diese Philosophie zieht sich durch alle seine Filme, in denen er, immer auf liebenswerte, augenzwinkernde Weise, der Welt einen Spiegel vorhielt. Seine Komödien sollten nicht nur witzig sein, sie sollten Aussagen machen. Darin waren sie dem Mainstream anderer moderner Komödien meist weit überlegen.

Als Fanboy mag ich hier aber noch eine Stufe weiter gehen: Obwohl mir der private Mensch natürlich ein Fremder war, hat er mich über 20 Jahre meines Lebens begleitet: Sein Egon inspiriert mich heute noch manchmal zu dieser obskuren Hochfrisur, er war immer mein liebster Geisterjäger. Seine humoristische Ideologie war mir Inspiration für eigenes kreatives Schaffen, für den Umgang mit dem Leben. So fühlt sich Harold Ramis‘ Abschied nun ein wenig an wie der Fortgang eines entfernten, gewitzten Onkels, den man kaum gekannt hat, der einem aber doch ganz nahe stand. Und wieder: Die Welt ist verrückt.

„Für mich geht es immer um die Beziehung zwischen Komödie und Leben“, sagte er einmal. „Das ist die Schnittstelle, auf der ich lebe, und das bewahrt mich vielleicht auch davor, die tragischen Seiten zu sehen.“

Harold Ramis ist tot, Egon Spengler ist unsterblich.

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