Die Ecto-Goggles sind da.

Wie schlägt sich die Qualität der Ecto-Brille im Vergleich zu den beiden gelungenen Vorgängern, PKE-Gerät und Geisterfalle von Mattel? Nach dem Auspacken aus gewohnt origineller und stabiler Verpackungs-Box, liegt diese zuerst einmal relativ schwer und wertig in der Hand. Das Plastik-Material und die Verarbeitung sind sehr gut. Metallteile sucht man zwar vergeblich, doch das wusste man vorher. Die Bemalung der Schrauben ist aber exakt und die Tragegurte sowie die drehbaren langen Linsen sind fest angebracht. Ein Rädchen an der Seite könnte etwas fester sitzen, aber das zieht die allgemeine Optik und die gute Habtik der Brille kaum runter. Weniger schön gelungen ist hingegen der Tragegurt selbst. Ein Elastikstoffband ist an drei Stellen mit der Brille verbunden und läuft am Hinterkopf in eine dreieckige Gummi-Verbindung über. Das dort verarbeitete weiche PVC hat entgegen meiner Vermutung zwar überraschend gute Qualität (stinkt nicht!) jedoch ist das schwarze Elastikstoffband nicht besonders hochwertig. Das ist nämlich recht weich und wellt sich leicht wenn es nicht grade gedehnt wird. Ein richtiger (Rucksack-)Gurt wäre hier zB. schöner/stabiler und besser justierbar gewesen… Doch später mehr zu Trageband und Tragekomfort.

Das korrekte Aussehen ggü. der Original Film-Brille ist nicht unbedingt leicht zu ermitteln. Zum einen existieren im Film wenige Nahaufnahmen bei guter Beleuchtung, die alle Details erkennen lassen – zum anderen sieht die Brille in GB2 außerdem noch etwas anders aus als im ersten Teil. Fakt ist aber, da wäre in beiden Fällen noch einiges an Platz nach oben für die korrekte Likeness zum Film-Vorbild frei gewesen. Hauptsächlich betrifft das das grüne Kunststoffgehäuse. Wie wichtig das 100prozentige Aussehen für einen ist, muss jeder Fan selbst entscheiden – ich sehe das nicht ganz so eng; sitzt die Brille einmal auf dem Kopf fällt sowieso niemandem mehr auf ob das Gehäuse nun etwas runder hätte auslaufen müssen oder nicht. Dass man die Goggles nicht immer vorteilhaft im Film sieht hat wohl auch zum Ergebnis, dass Mattel die Aufkleber für die Brille diesmal einfach dazu gelegt hat, statt sie anzubringen. Wie von der Toyfirma nicht anders gewohnt, wird uns das als „Spenglers Pimp-Feature“ verkauft. Einen Hinweis für Klebestellen gibt es in der mitgelieferten Bedienungsanleitung leider nicht. Für den Sammler, der auf Authentizität achten, gibt es allerdings in amerikanischen Foren bereits Hilfebilder, wo die beigelegten Sticker am besten anzubringen sind. So hab ich’s auch gemacht. Übertreibt man es nicht mit den Aufklebern werten sie die Brille noch zusätzlich auf, besonders die beiden hervorstehenden Linsen.

Um die Animation von Slimer durch die Brille sehen zu können müssen zunächst drei dünne Batterien in zwei separate Einlegefächer gelegt werden. Das ist nicht nur wegen der zwei getrennten Einlegefächer etwas mühsam – zunächst müssen auch ein Plastik-Element abgeschraubt und drei Schrauben mit dem Schraubenzieher gelöst werden. Das wäre auch mit einem einfachen Aufklapp-Fach lösbar gewesen. Die Animation von Slimer (in 4 unterschiedlichen pixeligen „Filmchen“, mit Sound) läuft ab wenn man an der Plastikschraube an der rechten Seite der Brille dreht: 2 Animationen wenn man nach vorne dreht, noch mal 2, dreht man gegen den Uhrzeigersinn. Das ist irgendwie etwas frickelig… Die Animation selbst basiert auf Mattels hauseigener Actionfigur von Slimer (leicht gemacht!) und erscheint im rechten Kuckloch der Brille. Hmmm, tja, das funktioniert alles nicht so wirklich überzeugend. Die Animation holt zwar das beste aus der Figur und der Sound ist okay – aber dadurch, dass man eigentlich ständig in Bewegung ist, die Kucklöcher relativ klein sind und das Animationsfeld zudem rechteckig erscheint, ist die Illusion, dass Slimer mit Dir im Raum ist, eigentlich kaum gegeben. Ein Gag der sich nach dem ersten Mal auch schon wieder erschöpft hat. Auf eine zusätzliche Animation des Bibliotheksgeistes, die entsteht wenn man die Brille mit zwei zusätzlich mitgelieferten kleinen Elementen an das PKE-Gerät koppelt (reagiert auf das schnelle Piepen), hatte ich schon keine Lust mehr. Für langanhaltenderen Schau-Spaß wäre eindeutig die Original-Leuchtanzeigen aus dem Inneren der Film-Brille (die man in GB1 auch sehen kann als Ray Slimer am Kronleuchter beobachtet) schicker gewesen. Mattel hatte dies zunächst geplant, sich aber dann für die etwas hakelige Slimer-Animation entschieden… Schade.

Soweit eigentlich alles gut bis okay. Für ein großes Manko der Brille für mich persönlich, komme ich noch mal auf den Tragegurt und den Tragekomfort zu sprechen. Der Gurt ist leider nur an den Seiten (oben nicht) in der Größe verstellbar. Das ist zumindest für meinen Kopf nicht ganz ausreichend – hat man die Brille ganz ray-like auf der Stirn sitzen, könnte die Brille könnte einfach noch etwas strammer sein. Bei schnellen Kopfbewegungen habe ich Angst, dass sie runter fallen könnte. Da das Gummizugband sowieso nicht grade begeistert, wäre es hier vielleicht ratsam die Brille selbst noch etwas zu modifizieren und das Band gegen ein anderes auszutauschen. Ganz so einfach wird das allerdings nicht… Das Stoffband ist mit dem PVC-Teil hinten vernäht und vorne relativ fest mit der Brille oben verbunden… (Erfahre Prop-Bauer können übrigens natürlich noch auch weiter pimpen und der Brille zB. farblich einen Used-Look geben, so wie einst PKE und Falle ausgeliefert wurden – oder Schrauben etc. durch Metallteile ersetzen…)
Weiter mit dem Thema Tragekomfort. Da gibt es leider noch zwei weitere Defizite, die den ziemlich weit heraustretenden Innenraum der Brille betreffen: Hat man die Brille vor den Augen, drückt dieser sehr störend auf die Augenbrauen – hat man die Brille auf der Stirn/Kopf drücken die dicken Linsen im Inneren auf die Stirn. Das tut auf Dauer ziemlich weh und obendrein wackelt die Brille dadurch nach links und rechts. Doof. Eine Auspolsterung mit Schaumstoff ist für mich wohl unvermeidlich… Natürlich kann das Ganze auch nur an (m)einer unvorteilhaften Kopfform liegen und mag bei anderen nicht negativ auffallen.

Tja, dazu kommt der ziemlich hohe Verkaufspreis, zumindest für die Fans in Deutschland, der sich mit Zoll, Versandkosten etc. auf 180,- Euro belaufen kann. Und dennoch – trotz des hohen Preises und der angesprochenen Mängel ist es eine gute Möglichkeit für alle Fans, die zufällig keine Hobby-Heimwerker sind oder nicht viel Bastelfreizeit haben, stressfrei an eine relativ authentische Ecto-Brille zu kommen. Trotz der Nachteile macht sie Spaß!
Im Regal macht sie durch ihre „kippelige“ Art und den wabbeligen Gurt leider nicht so viel her wie die Vorgänger PKE und Falle. Daher und wegen des teils unvorteilhaften Tragekomforts, ist sie leider nur mein dritter Favorit in Mattels derzeitiger Prop-Trilogie.
Dennoch Gesamtnote 2- für die Ecto-Goggles.

– René

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