Review: New Ghostbusters #3

Der Geist eines Vikingers erscheint in der Feuerwache und erklärt Janine: Sie wird getestet werden! Das Ungeheuer Grendel soll erscheinen und hat es auf sie abgesehen. Währenddessen untersucht Kylie in der Irrenanstalt die seltsamen Symbole, die der von Ildunas besessene Janosz an die Wände gemalt hat und erfährt mehr über das Verschwinden der „echten“ Ghostbusters.

Man sollte diesen Comic – und speziell diese Ausgabe – gar nicht rezensieren, denn die Lektüre spricht für sich. Es ist unglaublich, was das Kreativteam hier wieder (und noch mehr als zuvor) für einen Fanservice betreibt. Das ganze Heft ist ein RIESIGER Fanservice! All die Dinge, die bisher schon toll waren, werden zur Vollendung gebracht: Die optischen Insider (Schoening liefert in den Hintergründen der Panels Anspielungen auf alle bisherigen Inkarnationen, von den Serien über die Filme bis hin zu anderen Comics) gibt es massenweise, ohne aber aufgesetzt wie zu Beginn der Serie zu wirken. Burnham schreibt sämtliche Figuren so, dass man die Stimmen der jeweiligen Schauspieler reden hört. Seine neuen Figuren, die New GB, hat er über drei Ausgaben zu realen Personen mit individuellen Persönlichkeiten gemacht, sie sind nicht mehr blass. Janine wächst über sich hinaus ohne out of Charakter zu entgleisen, Kylie ist ihr weiter ähnelnd angelegt – aber nicht gleich. Ortiz macht den souveränsten und professionellsten Eindruck, und Ron ist nicht nur ein Arsch, er kann auch was. Wie schon bei Peck erliegt der Autor nicht der Versuchung, einfach nur einen eindimensionalen Unsympathen zu schreiben.

Bis zum Finale dieser Ausgabe läuft alles nach bewährten Muster ab, dann legt Burnham noch mal einen drauf und plötzlich fühlt es sich fast Hollywood’esque an, wenigstens wie das Finale einer TV-Staffel. Episch ist ein überstrapaziertes Wort, doch hier ist es die richtige Wahl. Und es ist nicht episch im Sinne der Schauwerte und auf Kosten des Tons, den Ghostbusters ausmacht (wie damals bei Displaced Aggression), es ist episch im Sinne dessen, was zwischen – und mit – den Figuren passiert. Burnham vermeidet den Fehler, den er noch zum Showdown der Volume 1 gemacht hat, spult nicht schnell und zusammenführend Begonnenes ab, sondern bleibt bei denFiguren. Noch steht eine Ausgabe für das Beenden der Handlung um die New GB aus, diesmal hat der Autor alle Zeit der Welt, um alles rund zu Ende zu erzählen.

Auf der Negativseite steht (wieder mal), dass auch dieses Heft zu schnell gelesen ist. Das mag aber einerseits an den üppigen Previewseiten liegen, die es immer einige Tage vor Erscheinen eines Heftchens im Net gibt, und andererseits an dem Spaß beim Lesen. Man möchte nicht wieder einen Monat warten müssen! Ich möchte allerdings auch einigen anderen Fans widersprechen, die dem Gebotenen sogar Potential für den nächsten Kinofilm zutrauen. Das, was die Filme geleistet haben, bleibt unerreicht. Ich glaube aber, dass der Comic das (beinahe) Bestmögliche rausholt, das eine monatlich erscheinende Comicserie bieten kann. Es ist ein unglaublich geglücktes Fließbandprodukt, ein gedrucktes Fanboy-Glücksgefühl. Für alle anderen bleibt ein witzig geschriebenes Abenteuer!

Dafür gerne 9 von 10 Punkte.

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