Comic-Review: Ghostbusters #2

Leider blieb die zweite Ausgabe des GB-Comics im Schneechaos stecken, dadurch gibt es diese Review nun zwei Tage später. Das Heft solltet Ihr jetzt in Euren Comicläden finden (oder den Händler wechseln)…

Unter der Leitung der städtischen Bürokraten hat das GB-Unternehmen wieder geöffnet. Bevor Janine das neue Team zu seinem ersten offiziellen Auftrag führen kann, muß es aber lauter alberne PR-Maßnahmen über sich ergehen lassen (siehe Cover). Schließlich ist es soweit, und Melnitz muß mit Kylie, Ortiz und dem Widerling Ron gegen einen verstorbenen Serienkiller antreten.

Als Fanboy mache ich es mir immer schwer, neues Merch zu den Geisterjägern möglichst objektiv und kritisch zu betrachten (das sollte vielleicht gerade andersrum sein, will man „sein“ Franchise doch möglicht würdig repräsentiert wissen). Doch das Kreativteam Burnham / Schoening bietet glücklicherweise auch diesmal nicht viel Angriffsfläche.

Viel hätte schiefgehen können: Ein neues Team (mit den „real“ GB nur in Cameo-Rollen), Geisterjägerinnen in Hotpants und die Vermischung aller möglicher, bisheriger Interpretationen (Film, RGB, EGB) versprechen eher gut gemeinte, aber schlecht geschriebene Fanfiction. Zum Glück versteht es Burnham aber gekonnt, selbst mit diesen ungünstigen Ausgangsbedingungen das klassische GB-Flair aufrecht zu erhalten. Jede Szene könnte so geschrieben in einer Weitererzählung des Movieverse stattfinden. Denn trotzdem es mit der Geisterjäger-Operation strikt bergab geht und allgemeiner Unmut herrscht (das neue Team ist gezwungenerweise beisammen und agiert untereinander auch so) erhält Burnham den Witz und den Esprit, ohne die Dynamik der Originale einfach auf ihre Nachfolger zu kopieren.

Er bewegt die Handlung Schritt für Schritt vom Status Quo weg und ermöglicht damit erstmals eine Entwicklung des Geisterjäger-Kosmos, das 30 Jahre auf der Stelle getreten hat (einzelne mutige Versuche, wie die Serie Extreme Ghostbusters oder IDWs frühe Minireihen haben das auch versucht, scheiterten aber daran, daß deren Autoren GB nicht begriffen haben).

Durch die letzten Ereignisse in der Comicreihe gibt es nun aber sogar Potential für Drama. Bewußt zurückhaltend eingesetzt, macht sie die bekannten Figuren aber menschlicher, greifbarer, echter (toll: Szene mit Janine und Winstons Tiyah) und weniger zu Stereotypen, die sich immer gleich verhalten und so zu Karikaturen werden (müssen).

Peter, Ray, Winston und Egon planen derweil, wieder in ihre Welt zurückzukehren. Das kann immer noch nicht schnell genug passieren, aber ich wünsche mir, dass Burnham sich traut, am Ende dieses Handlungsfadens nicht einfach nur wieder beim Nullpunkt anzusetzen und statt dessen die Sache weiter zu entwickeln. Es ist so viel passiert, das muß Konsequenzen haben!

Im Anhang der Hauptgeschichte wird außerdem auf zwei Seiten die RGB-Story um einen Geist im Verbannungscontainer fortgesetzt. Die ist aber immer noch kaum der Rede wert – Verschwendeter Platz.

7,5 von 10 Punkten

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