Comic-Review: Ghostbusters #1 (inkl. Spoiler!)

Heute startet die Ghostbusters-Comicserie neu durch. Die erste Ausgabe der Volume 2, die „New Ghostbusters“, schließt chronologisch trotz Neustart an die erste Reihe an und bekam nur zwecks Publicity eine neue Zählung. Werfen wir einen Blick darauf!

Bekannt war ja bereits im Vorfeld, dass Peter und Co. mysteriös verschwinden sollten, worauf Janine ein neues Ersatzteam formiert. Dieses neue Team besteht (vorerst) nur aus Damen: Die ehemals extreme Kylie Griffin ist im IDW-Kosmos bisher als Verkäuferin in Rays Buchladen aufgetreten. Außerdem gesellt sich noch die FBI-Agentin Melanie dazu, der Venkman in Ausgabe 8 der ersten Reihe in Roswell begegnet war. Janine selbst greift auch zum Protonenstrahler, und schon die ersten Seiten führen dieses ungewohnte Team zu seinem ersten Auftrag – Diese Seiten waren vor ein paar Tagen schon als Preview-Bonbon im Internet gezeigt worden und waren gewohnt unterhaltsam, trotz des schmerzhaften Fehlens der Originale.

Das Manko ist Autor Erik Burnham bewusst, als er freimütig zugab, dass „das neue Team natürlich eine andere Dynamik hat als die echten Ghostbusters, die sich schon Jahre vor ihren Geisterjäger-Ambitionen kannten und dicke Freunde sind.“ Tatsächlich ist die Teamdynamik der Youngsters nicht nur anders, sondern ehrlicherweise auch noch nicht so toll ausgearbeitet. Potential gibt es, doch in dieser ersten Ausgabe sind die Dialoge noch beliebig austauschbar. Warum also entschloß Burnham sich trotzdem gerade für diese Figuren?

Zum Glück nimmt sich das erste Heft reichlich Zeit, um über etliche Seiten die Entscheidung zu begründen. Im Comicverse ist es nicht nur die Entscheidung von Janine, sondern vor allem auch die Pecks, der sich innerhalb der Serie vom reinen Arschloch zum objektiven Paragraphenreiter entwickelt hat und hier sogar sehr nützlich ist. Tatsächlich will die Stadt New York die Übernahme der GB Inc. durch scheinbar willkürlichen Ersatz so wenig hinnehmen wie so manche Fanboys dort draußen, doch Peck argumentiert hier brillant und kann so den Bürgermeister umstimmen – Es wäre Burnham zu wünschen, dass er das auch mit den Lesern schafft, denn leicht (wie zuletzt beim Showdown der ersten Reihe) macht er es sich hier nicht.

Doch zurück zur Geschichte: Peck gelingt es außerdem, der Stadt mehr Einfluß auf das Geisterjäger-Unternehmen zu verschaffen, wodurch die Serie weitere, mutige Schritte nach vorne macht und sich vom Status Quo wegbewegt. Ich bin gespannt, wie all das aufgenommen wird!

Illustrator Dan Schoening zeichnet wieder toll und hat mittlerweile die richtige Dosis optischer Insider-Anspielungen raus, die nun nicht mehr überdosiert verstörend (wie ganz zu Beginn) oder fast nicht vorhanden (wie zwischendurch) wirken, sondern ein stimmiges Nerd-Gesamtbild ergeben. Ein Fest für Suchbild-Begeisterte!

Weniger interessant ist die Backupstory zu The Real Ghostbusters, die davon erzählt, was ein Geist im Verbannungscontainer erlebt. Dieser Bogen nimmt aber nur zwei Seiten ein (insgesamt 8, verteilt über vier Hefte) und „klaut“ der Haupthandlung dadurch wenigstens kaum Screentime, wie weiland der „Laura Parr“-Plot auf den letzten Seite des „Haunted America“-Arcs. Auch hier hat man dazugelernt.

Fazit: Für das, was angepriesen wurde, holt das erste Heft fast das maximal Beste heraus – kleine Schwächen inbegriffen.

7,5 von 10 Punkten!

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