Comic #15 & Paperbacks Review

Das sah schlecht aus: Alles hab‘ ich im Comichandel meines „Vertrauens“ gefunden, nur – und ausgerechnet – „Ghostbusters #15“ nicht. Das sei verschoben worden, hieß es. Und zwar, während ein befreundeter Parapsychologe aus NRW sein Heft schon abgeholt hat. Ob US-amerikanische Hefte im deutschen Raum nur regional verschoben werden? Und welche Mächte dahinter wohl stecken? Doch dank Rain hat das Warten nun ein Ende und hier folgt die verspätete Review von #15, dem Highlight des „Ghost Smashers“-Arc.

Ron Alexander (der ein wenig wie Chevy Chase aussieht) hat mit seiner geklaut-modifizierten Smasher-Ausrüstung eine Katastrophe hinaufbeschworen, denn alle von den GSs ins Nirvana geploppten Geister materialisieren sich mit einem mal wieder – zu einer großen, wütenden Wolke, die New York nun völlig überdeckt. Nun treffen sich die GB, die GS und Peck zur Krisensitzung und müssen wohl oder übel zusammenarbeiten. Was dann passiert, ist ein Wulst an Action und Schauwerten (bei denen sich Illustrator Schoening und sein Kolorist exzessiv und mit Freude austoben), aber Autor Burnham nutzt dennoch jede Möglichkeit, den Figuren Profil zu geben (liebevoll: Der seichte Flirt zwischen Stantz und GS-Jenny, die ein genaues Abbild von Aykroyds Frau Donna Dixon in den 80ern ist). Das klappt mal gut, wie eben erwähnt, mal holprig: Egon beispielsweise bekommt einen Wutanfall, der (trotz ähnlicher Szene im Film) konstruiert wirkt. Burnham steckt auch zu viel Abhandlung in viel zu wenig Seiten: Schnell frühstückt er noch die Handlung um Eugene ab, der in #9 den Tod in einen Rucksack verbannte. Alles wirkt gehetzt, heruntererzählt. Von der angenehmen Erzählweise der beiden vorangegangenen Hefte ist nichts mehr über, und es drängt sich einem das Gefühl auf, daß der Autor mit dem nahenden Ende der ersten Ongoing-Serie in Zeitnot geraten ist. Besser wäre es gewesen, die im Dezember folgende Weihnachtsgeschichte um Winston bleiben zu lassen und sich mehr Zeit für das Finale zu nehmen. Viel Lärm um – nicht Nichts – aber weniger, als ich erwartet hatte.  Ich vergebe 6,5 von 10 Punkten!

Soweit zur ersten Ongoing-Reihe der GB! Im Dezember wird es mit #16 noch besagtes Winston-Weihnachtsspecial geben. Im Januar treten die RGBs gegen die Marsianer aus „Mars Attacks“ an und im Februar ist es dann Zeit für die „New Ghostbusters“ und die zweite Ongoing..

https://i2.wp.com/images1.wikia.nocookie.net/__cb20120822021459/ghostbusters/images/thumb/c/c8/GhostbustersVolumeThreeFrontCover.jpg/225px-GhostbustersVolumeThreeFrontCover.jpgDoch damit nicht genug! IDW hat außerdem mehrere neue Paperbacks veröffentlicht. Bleiben wir zunächst bei der Ongoing, deren Ausgaben 9-12 im Rahmen von „Haunted America“ erscheinen – Sammelband Nr. 3. Der Handlungsbogen um den Road Trip quer durch die USA versprach das meiste Potential, fiel am Ende aber als Schwachpunkt aus. Zu abgehackt und kurz waren die Städtereisen. Was passiert ist, hätte auch in Manhattan von der Stange erzählt werden können. Doch diese harschen Worte orientieren sich an der außerordentlichen Qualität, die die Serie außerhalb von HA lieferte. Schlecht sind die Geschichten nicht. Highlight sind die Stories um einen Musiker, der sich selbst entzündete und eine Vodoo-Priesterin, deren Tochter Amok läuft. Am Ende gibt es außerdem noch Tristan Jones‘ „Who killed Laura Parr“, hier erstmals am Stück. Subjektiv hin oder her: Jones‘ Stil ist nicht nur anders als der von Schoening, sondern auch schlechter… Das Dreckig-Grobe passt nicht zu GB und hier auch als Autor in Aktion, vergisst Jones sogar den notwendigen GB-Humor. Ironie, dass er sich dennoch ausgerechnet für den RGB-Peter entscheidet. Band 3 – Haunted America – bekommt 6 von 10 Punkten.

Richtig dick wird es mit dem Fettband „Ghostbusters: Omnibus #1“. Das Comicbuch macht mit seinem etwas kleinerem Format einen wertigen Eindruck und vereint IDWs frühe Comic-Vierteiler „Other Side“ (mies) und „Displaced Agression“ (besser), sowie sämtliche One-Shots. Interessant sicher für Komplettsammler. Wer die Stories schon in Form der Heftchen und Trade Paperbacks hat, muss nicht zugreifen. Es gibt nichts Neues und die gebotene Ware ist eher im unteren, mittelmäßigen Bereich anzusiedeln, unterscheidet sich aber zu sehr für eine Wertung.

Ein absolutes Must-Have ist dagegen „The Real Ghostbusters: Omnibus #1“. Das noch dickere Büchlein enthält Nachdrucke der ersten 14 alten NOW-Comics aus den späten 80er Jahren. Zugegeben, die Scans der alten Seiten hätten sauberer vonstatten gehen können, und der grellbunte und doch angegraute Illustrationsstil mag heutzutage etwas trashig wirken. Das As der Reihe war aber ohnehin ihr Autor James van Hise, der nach etwas orientierungslosen Auftakt Zugang zu den Figuren fand wie kein anderer Comic-Autor nach ihm. Er adaptierte nicht nur die Trickserie perfekt, er erweiterte ihr Universum, in dem er deren Welt des Übernatürlichen und die Geisterjäger selbst mutig ausbaute. Das klappte mal weniger gut (Stichwort Dinosaurier), meistens aber mit erstaunlicher Treffsicherheit. Schön auch: Es gab einfach ein MEHR an Inhalt pro Heft, und so blieb der Effekt aus, schon wieder durch zu sein, wenn man gerade erst angefangen hatte zu lesen. Unbedingt zulegen! 9 von 10 Punkten

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s